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Hannelore Elsner stellt sich dem Dämon Demenz

"Das Blaue vom Himmel" im Kino

ESSEN Großer Auflauf vor der Lichtburg. Am Dienstag feierte "Das Blaue vom Himmel" in Essen Uraufführung. Am roten Teppich wartet man auf Regisseur Hans Steinbichler ("Winterreise") und seine Stars Hannelore Elsner, Juliane Köhler, Matthias Brandt und David Kross.

von von Kai-Uwe Brinkmann

, 31.05.2011
Hannelore Elsner stellt sich dem Dämon Demenz

Hannelore Elsner als Marga.

"Wer ist das?", tuscheln die Fotografen. Ah, die Autoren. "Brauchen wir die?" Hannelore Elsner brauchen alle. Sie kommt mit Sohn Dominik, der den Rummel gelassen nimmt. Frau Elsner! Frau Elsner! "Das ist kein Film über Demenz", sagt sie in ein Mikrofon. "Es steckt mehr drin." Nach halbstündigem Foto- Defilee erfahren wir, was drin steckt in diesem Melodram: Viel, zu viel. Zeitgeschichte, Familiengeschichte, Krankengeschichte. TV-Redakteurin Sofia (Juliane Köhler) arbeitet 1991 an einer Story über den Umbruch im Baltikum. Der russische Riese wankt. Da erreicht sie ein Anruf. Ihre Mutter Marga (Elsner) wurde geistig verwirrt in die Psychiatrie eingeliefert. Auf Drängen ihres Mannes (Matthias Brandt) fährt Sofia nach Wuppertal. Wo die Mutter sie nicht erkennt.Eingekapselt in Erinnerungen Marga hat sich eingekapselt in Erinnerungen. Ausufernde Rückblenden erzählen von ihrer Hochzeit 1941 in Lettland. Die junge Marga (Karoline Herfurth) steckt in einer traurigen Ehe. Ihr Mann hat eine lettische Geliebte. Immer wieder springt die Handlung zwischen heute und damals. Im Gestern liegt der Schlüssel zu Margas Zustand. Sie hat Schuld auf sich geladen und ein dunkles Geheimnis bewahrt... Die Zeitsprünge werden zum Handicap, weil sie den Erzählfluss lähmen. Buch und Inszenierung setzen auf symbolschwangere Schlüsselmomente. Niki Reisers schwerblütige, übersüffig-aufdringliche Musik will Rührung erzwingen und schiebt sich vor die Bilder. Emotional lässt das kalt, zu sehr auf Effekt getrimmt wirkt die Story. Als Margas Lebenslüge offen liegt, verpufft der vermeintliche Sprengstoff ohne große Erschütterung. Juliane Köhler, im Zentrum des Films, spielt prima. Hannelore Elsner, im Bann von Margas Dämonen, agiert wie unter Hypnose und kann ihr volles Potenzial nicht abrufen. Ein Drama, das seinen hochfliegenden Ambitionen nicht gerecht wird.  

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