Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Neu im Kino: Jim Knopf

Geht eine Dampflok auf Reisen

Dortmund „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kommt als Realfilm ins Kino. 25 Millionen Euro soll die Produktion gekostet haben, die sich mit der Version der Augsburger Puppenkiste messen muss.

Geht eine Dampflok auf Reisen

Zwei Lokführer und Emma: Der gebürtige Essener Henning Baum (l.) spielt den Lukas, Solomon Gordon ist als Jim zu sehen. Der Film läuft – ohne Altersbeschränkung – am Donnerstag an. Foto Warner Bros.

„Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen, weiten Meer.“ Das Lied über Lummerland bleibt ein Ohrwurm, auch wenn man das Alter für die Augsburger Puppenkiste hinter sich hat. Michael Endes Kinderbuch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ erschien 1960, die Puppenkiste machte den Stoff noch populärer.

Es gab Musicals, Hörbücher, eine Zeichentrickserie, das Lummerland-Lied im Techno-Mix. Jetzt legt Dennis Gansel („Die Welle“) einen Realfilm vor, mit einem Budget um 25 Millionen Euro der teuerste deutsche Kinderfilm, realisiert in den Studios der Bavaria und in Südafrika.

Henning Baum erinnert an Bud Spencer

Emma, die knuffig kompakte Töfftöff-Dampflok befährt die Insel Lummerland, Lukas ist ihr Zugführer. Als Lukas ist Henning Baum („Der Bulle“) zu sehen, der mit Vollbart und Mütze wie Bud Spencer daherkommt.

Sein Freund und Helfer ist Jim Knopf (Solomon Gordon), ein Findelkind: Eines Tages kam der Postbote mit einem Paket zu Frau Waas (Annette Frier), darin ein kleiner Hosenscheißer, eben Jim.

Jim wird ein treuer Anhänger des Königs

Frau Waas wird Adoptivmama, und Jim wird Insulaner, ein treuer Untertan König Alfons‘ des Viertelvorzwölften (Uwe Ochsenknecht). Obwohl man kaum Bewohner sieht, erklärt König Alfons die Insel für zu eng: Die Lok müsse weichen, es sei kein Platz für sie.

„Ich gehe mit“, sagt Lukas. „Ich auch“, meint Jim. Schon stechen sie auf einem Floß in See. Das Meer hat keine Zellophan-Wogen wie bei der Puppenkiste, sondern Monsterwellen, die das Trio an einen Strand spülen.

Die zwei Freunde retten eine Prinzessin

Die Wassertricks stammen vom Computer, doch meist sind die Kulissen gebaut, was auch seinen Zweck erfüllt. Vom Lande Mandala (ein verkapptes China) geht die Reise durch Berge, Wüste, Eis in ein schwarzes Vulkan-Mordor, wo Drachen wohnen. Halbdrache Nepomuk ist ein netter Zeitgenosse, die strenge Paukerin Frau Mahlzahn nicht, die ist „Volldrache“.

Mahlzahn hält ihre Schüler (Eskimo, Indianer, Bayer) in Ketten, auch die Prinzessin von Mandala ist dabei. Jim und Lukas werden sie befreien, Höhepunkt einer Kette von Herausforderungen, die Nervenkitzel für Vorschulkinder bieten.

Realfilm ist nicht so zauberhaft wie das Marionetten-Theater

Ein wenig Grusel ist im Spiel, die Schauplätze haben Flair. Aber: Erzählerische Längen sind spürbar. Und das Nebeneinander von Drachen und Schauspielern wirkt befremdlich.

Bei den Augsburgern spielen Puppen neben Puppen, hier gibt es – Märchen hin, Märchen her – einen gefühlten ästhetischen Bruch. Das Marionetten-Theater kreiert einen naiven Zauber, der sich beim Realfilm einfach nicht einstellen will.

Die Marketing-Maschine läuft: Im Berliner Filmpark Babelsberg kann man ab Ostern die Kulissen von Lummerland besichtigen. In der Bavaria Filmstadt München gibt´s den Vulkan und die Lokomotive Emma. Der Europa-Park Rust bietet eine Jim-Knopf-Zugfahrt.

Der Modelleisenbahnhersteller Märklin hat im Januar eine Startpackung „Jim Knopf“ mit Emma und passenden Gleisen herausgebracht. „Der Ansturm war riesig“, sagte Isabel Weishar von der Märklin-PR. Das Produkt ist ausverkauft und wird derzeit nachproduziert.

Das Filmbuch (12,99 Euro) ist im Thienemann-Verlag herausgekommen. Dort gibt es auch die klassische Ausgabe (14,99 Euro) mit den Illustrationen des Esseners F.J. Tripp (1915-1978), die Mathias Weber koloriert hat. Auch Bilderbücher für kleine Fans sind im Angebot.

Wunderschön ist die neue Website.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Holzwickede Das Haus Opherdicke zeigt ab dem 22. April eine große Retrospektive mit mehr als 100 Werken von Otmar Alt. Schon wenn man den Hof vor dem Wasserschloss Opherdicke in Holzwickede betritt, muss man schmunzeln.mehr...

Duisburg Das 30. Klavier-Festival Ruhr startete in Duisburg mit einem ungewöhnlichen Abend. Umringt von so vielen Kindern hat Pierre-Laurent Aimard noch nicht Klavier gespielt.mehr...

Essen Das Publikum in der Philharmonie Essen erlebte am Donnerstag einen imposanten Abend mit dem finnischen Star-Dirigenten und seinem Philharmonia Orchestra aus London.mehr...