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Familienfehde gibt der Liebe keine Chance

„Romeo und Julia“ in Gelsenkirchen

Bridget Breiner hat „Romeo und Julia“ in Gelsenkirchen toll choreografiert. Weiße Tücher ziehen sich wie ein roter Faden durch das Stück.

von Britta Helmbold

Gelsenkirchen

, 23.02.2018
Familienfehde gibt der Liebe keine Chance

Eine Liebe, die tödlich endet: Francesca Berruto und Ledian Soto als Julia und Romeo. Foto: Radu

Unter weißen Tüchern hocken die Jungen der verfeindeten Familienclans Montague und Capulet. Als die Tücher entfernt werden, beginnt der Kampf mit Stöcken, die rhythmisch geschlagen werden, und die mit Schutzkleidung ausgerüsteten Söhne der zwei Adelshäuser prügeln sich äußerst ästhetisch, wie es wohl nur Tänzer können.

Stoffbahnen und ein langer Schal



Bridget Breiners „Romeo und Julia“-Choreografie feierte eine umjubelte Premiere im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Und Stoffbahnen setzt die Choreografin in diesem weitgehend konventionell in Szene gesetzten Handlungsballett über Shakespeares berühmtes Liebespaar noch mehrmals ein. Mit der Übergabe eines langen Schals wird Julias Kindheit beendet, sie soll Paris heiraten.

Auf dem anschließenden Maskenball taucht das Schalmotiv wieder auf. Die Damen tragen lange Schleppen, die Bridget Breiner für ein spielerisches Ein- und Auswickeln beim Tanz im Ensemble nutzt.

Das Bühnenbild ist abstrakt



Aus gigantisch großen Tüchern schälen sich auch Romeo und Julia nach ihrer Liebesnacht. Ein sanftes Erwachen im goldenen Licht (Lichtdesign: Bonnie Beecher), und der weggeraffte Stoff fungiert nun als seitlich die Bühnenwand bedeckende Gardine.

In historisch anmutenden Kostümen wird im abstrakten Bühnenbild getanzt. Ausstatter Jürgen Firner hat variable Gitterkonstruktionen entworfen, die sich immer wieder zu neuen, durchlässigen Räumen verschieben lassen. Ein Lichtkreuz auf das Geflecht markiert die Kirche, und auch der Balkon für das nächtliche Treffen der Liebenden fehlt nicht.

Keine Versöhnung



Francesca Berruto und Ledian Soto geben ein famoses Liebespaar ab, verleihen sämtlichen Gefühlslagen mit Sprüngen, Drehungen und Spitzentanz Ausdruck. Dramatisch-gefühlvoll unterstützt die Neue Philharmonie Westfalen unter der musikalischen Leitung von Rasmus Baumann mit Sergej Prokofjews Komposition vortrefflich das Bühnengeschehen.

Auf die Versöhnung der Familien am Grab der Kinder verzichtet Bridget Breiner, sie lässt die Tragödie berührend mit dem Tod der unglücklich Liebenden enden.

Termine: 2./3./11./24./ 25.3.; Karten: Tel. (0209) 4097200.
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