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Eine Tosca und gleich drei Tenöre

HAGEN Sie ist in Hagen die erste Besetzung für alle großen Frauengestalten der Opernwelt. Die Sopranistin Dagmar Hesse vereint dramatische Kraft mit klanglicher Geradlinigkeit und Klarheit sowie einem satten Potential in den Tiefen. Die Tosca ist für sie eine Glanzpartie. Nach ihrem Debut in dieser Rolle in Kiel steht sie jetzt in Hagen als Tosca auf der Bühne.

Eine Tosca und gleich drei Tenöre

Dagmar Hesse als "Tosca" in Hagen.

 

Bei der Premiere schien es gar, als sei die Produktion nur für sie auf den Spielplan gekommen. Denn alle anderen großen Partien wurden von Gästen gesungen. Für die Rolle des Cavaradossi war dies indes so nicht vorgesehen. Der Hagener Tenor Dominik Wortig sollte auf der Bühne stehen, muss sich nun wegen längerer Krankheit aber vertreten lassen. Gleich drei Tenöre stehen bereit, denn die Premierenbesetzung Ricardo Tamura kann nur noch eine weitere Aufführung bestreiten. Und auch Pedro Velazquez Diaz, der im Dezember singen wird, hat im neuen Jahr andere Verpflichtungen. Der Premiere hat die Patchwork-Besetzung nicht geschadet. Denn Tamura war als Cavaradossi eine gute Besetzung mit heldischer Strahlkraft.

Nur eine Illustration

Die Inszenierung des Regisseurs Thilo Borowczak war im gleichen Bühnenbild von Harald Stieger vor dreieinhalb Jahren schon in Osnabrück zu sehen. Leider bietet sie eine bloße, mitunter farbenprächtige Illustration des Puccinischen Melodrams, ohne dass Regisseur Borowczak einen neuen Blickwinkel auf das Stück eröffnet. Bühnenbildner Harald Stieger hatte mit einem überdimensionierten Gemälde eine gute Idee. Der Rahmen grenzt symbolisch die Kunst-Welt des Malers zur realen Welt ab. Die Produktion lebt stärker von den Ideen Stiegers als von der Regie - was im dritten Akt augenfällig wird, weil ohne Bühnenbild und den glitzernd kostümierten Chor (Kostüme: Imme Kachel) nichts Besonderes mehr übrig bleibt. Da stehen die Solisten mit rudernden Armen und ringen nach einem darstellerischen Pendant zur musikalischen Dramatik. GMD Anthony Hermus treibt zum Ende seiner Hagener Amtszeit das Orchester zur Höchstleistung. Selten hat man es so farbig und dynamisch ausgewogen gehört. Karsten Mark

 Termine: 8./ 14./ 21./ 25./ 30.12. Karten unter Tel. (02331) 207-3218.

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