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Hindemith-Ausstellung

Ein Komponist, der auch zeichnen konnte

Gelsenkirchen Paul Hindemith ist als Komponist vielen ein Begriff. Aber als Maler? Das Kunstmuseum Gelsenkirchen überrascht mit einer besonderen Ausstellung und präsentiert als erstes Museum in Deutschland einen Schatz.

Ein Komponist, der auch zeichnen konnte

„Trio“ heißt diese Tinte- und Bleistift-Musikerzeichnung, die seit Sonntag in der Ausstellung „Paul Hindemith – Einblicke in das zeichnerische Werk“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen ist. Foto: Fondation Hindemith, Blonay

Immer, wenn der 1963 verstorbene Komponist mal irgendwo kurz saß und Zeit hatte, hat er mit Bleistift, Buntstift, Tusche oder Kugelschreiber gezeichnet: auf Servietten, Quittungen, in den Notizblock.

Seine zeichnerische Begabung hat er selbst aber nie herausgestellt. Davon wussten wohl nur Freunde, die er alljährlich mit netten kleinen Weihnachtskarten bedachte. Sechs davon sind in der Ausstellung in Gelsenkirchen zu sehen.

Im Museum ausgestellt wurden die Arbeiten noch nie

Wie groß der Schatz des Malers Paul Hindemith ist, wurde erst bei der Sichtung des Nachlasses deutlich. 350 Blätter mit Zeichnungen sind erhalten und werden in der Fondation Hindemith in Frankfurt bewahrt. 200 davon sind in einem Katalog-Buch erschienen, das im Museumsshop zum Sonderpreis erhältlich ist. In einem Museum ausgestellt wurden die Arbeiten noch nie.

50 zumeist kleinformatige Zeichnungen sind bis zum 3. Dezember in Gelsenkirchen zu sehen. Die Idee zu der Ausstellung entstand zusammen mit dem Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen, wo am 28. Oktober Hindemiths Oper „Mathis der Maler“ Premiere feiert.

In der Oper geht es auch um Kunst

In der Oper geht es auch um Kunst, um den Renaissance-Maler Matthias Grünewald. Hindemith war sogar 1953 einmal Besucher im MiR und sah eine Aufführung dieser Oper.

Selten hat der Komponist seine Zeichnungen betitelt, und auch nur manchmal datiert. Die zauberhaften kleinen Arbeiten stammen aus der Zeit des Surrrealismus und Dadaismus und sind immer humorvoll, oft satirisch.

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Eine Reihe von Musiker-Bildern zeigt das Museum im Eingangsbereich. Fast Cartoons sind diese Bilder von Menschen, die mit ihren Instrumenten kämpfen oder von Heiterem wie eine „Allemandeessende Schlange“.

Viele Tier-Bilder gehören zu der sehenswerten Ausstellung: Da schlürft ein Esel Milch aus dem Strohhalm. Eine Kuh stapft mit Eimern an den Hufen über die Wiese, und ein Mensch-Tier-Wesen wirft ein Auge am Stiel durch einen Zaun. Oft sieht man auf den Zeichnungen einen Löwen brüllen. Dazu muss man wissen, dass Hindemiths Ehefrau Gertrud Rottenberg Sternzeichen Löwe war.

Hindemith ist mit seinen Motiven spielerisch umgegangen

Immer spielerisch ist der Zeichner Hindemith mit seinen Motiven umgegangen; auf einigen Blättern hat er seine Figuren regelrecht komponiert. Da ist seine Malerei seiner Musik sehr nahe

Mit viel Witz und Ironie hat der Komponist Akrobatik- und Theater-Szenen, Fantasiewesen und Menschengruppen gezeichnet. Und wenn man liest, dass eine Skizze, in der ein Mann dem Betrachter einen nackten Hintern ins Gesicht reckt, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden ist, haben einige der schnell aufs Papier gekritzelten Werke auch eine tiefe politische Aussage, die satirisch verpackt ist. Eine feine Ausstellung mit Bildern, die man so schnell nicht wieder sieht.

Kunstmuseum Gelsenkirchen: Paul Hindemith – Zeichnungen, bis 3. 12., Horster Straße 5-7, Di-So 11-18 Uhr. Eintritt frei, Katalog: 26 Euro (im Handel 52 Euro).

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen: Oper „Mathis der Maler“, Premiere (28.10., 19.30), Termine: 1.11., 18 Uhr, 9.11., 19.30 Uhr, 12.11., 15 Uhr, 26.11. und 10. 12. 18 Uhr, 30.12. 19.30 Uhr, Kennedyplatz.
www.kunstmuseum-gelsenkirchen.de
www.musiktheater-im-revier.de

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