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Effekte sind ein Kinderspiel

Berlin 2007 machte Regisseur D.J. Caruso mit einem kleinen, aber feinen Thriller auf sich aufmerksam: "Disturbia", eine von Steven Spielberg produzierte Schauermär. Spielberg stellte ihm nun 105 Millionen Dollar zur Verfügung, um "Eagle Eye" in die Kinos zu bringen. Christian Lukas sprach mit dem 43-Jährigen.

von Von Christian Lukas

, 07.10.2008
Effekte sind ein Kinderspiel

<p>Regisseur D.J. Caruso (2.v.l.) hatte für seinen Film "Eagle Eyes" ein Budget von 105 Millionen Dollar.

Wie fühlt sich der Übergang vom TV zum Kino an?   Caruso:Gut. Ich werde in Kürze den Pilotfilm für eine neue Serie, "Johnny Dynamite", drehen, aber es ist schön, mal mit großen Budgets arbeiten zu dürfen.

Bei "Eagle Eye" lag das Budget bei über 100 Millionen. Sie haben erstmals mit großen Effekten gearbeitet. Besteht nicht die Gefahr, von der Dynamik der Effekte mitgerissen zu werden und die Geschichte zu vergessen? Caruso: Absolut. Allein das Kamerateam war größer als manch ein Produktionsteam, mit dem ich fürs Fernsehen gearbeitet habe. Ich habe zum ersten Mal massiv CGI-Effekte einsetzen können, mir stand ein großes Stuntteam zur Verfügung, ich habe mich wie ein Kind gefühlt, mit dem man in ein Spielzeuggeschäft geht und dem man sagt "such dir aus, was du tragen kannst!" Die Kunst besteht darin, seine eigene Begeisterung im Zaum zu halten.

Und wie schätzen Sie ihre Arbeit ein? Caruso: Ich hatte einen großartigen Lehrmeister, John Badham. Er hat mit Anfang der 90er Jahre erste Assistenzen anvertraut. Er hat mir beigebracht, jeden Film zunächst als Charakterstudie zu betrachten. Erst wenn die Charaktere stehen, so seine Devise, folgt technisches Handwerk. Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden.

Der Einfluss von Badham lässt sich nicht verhehlen. Es gibt Reminiszenzen an seinen Computerhacker-Film "War Games", der 1983 bereits die Gefahr heraufbeschwor, dass mit manipulierten Daten üble Dinge angerichtet werden können. Caruso: John Badham hat aufgezeigt, dass zu Bewertung von Daten immer gesunder Menschenverstand wichtig ist. Dass ihn zitiere, das verwundert nicht: Er gab mir eine erste Chance, kreativ zu arbeiten.

Sie haben keine verwandtschaftlichen Beziehungen zum Filmgeschäft und sind der Junge aus Connecticut, der es zum Hollywood-Regisseur gebracht hat. Caruso: Das klingt schön, erhaben (lacht). Da ist etwas dran. Ich bin als Kind jeden Montagnachmittag mit meinem Vater ins Kino gegangen. Das hat mich derart geprägt, dass ich unbedingt zum Film wollte. Nie als Schauspieler, immer als Filmemacher. Mein erster Filmjob hat meine Euphorie ziemlich abgekühlt. Meine Aufgabe in der Filmproduktion von Disney war, Produkte von Werbekunden so zu platzieren, dass sie unaufdringlich, aber prominent im Bild zu sehen waren. Ich habe im Schnellkurs gelernt, dass Filmemachen vor allem ein Geschäft ist.