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E-Books - Die Zukunft des Lesens?

FRANKFURT/MAIN Über 7000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern sowie rund 1000 Autoren: Die Vorzeichen für die 60. Frankfurter Buchmesse (15. bis 19. Oktober) sind gut. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das E-Book, das digitalisierte Buch. Sieht so die Zukunft des Lesens aus?

von Von Roland Groß

, 06.10.2008
E-Books - Die Zukunft des Lesens?

Das "Amazon Kindle"-E-Book ist in den USA bereits verbreitet. Der Preis eines Download-Buches liegt dort etwa 20 Prozent unter dem Taschenbuch-Tarif.

Konzerne wie Sony und Amazon wollen ihre neuen elektronischen Lesegeräte vorstellen, die in der angelsächsischen Welt bereits für Furore sorgen. Experten gehen davon aus, dass das E-Book auf dem deutschen Markt bis 2015 einen Anteil von zehn bis 15 Prozent erzielen könnte.Schmökern am Bildschirm

"..und am Wochenende ziehe ich mich dann gerne mit meinem E-Book-Screen zurück, um ein bisschen zu schmökern..." Die Vorstellung einer derartigen Freizeitbeschäftigung mag derzeit noch ein Frösteln auslösen. Doch werden der augenfreundlich flimmerfreie Lesekomfort, dazu Umblätterfunktion und von außen mögliche Beleuchtbarkeit zum Siegeszug eines neuen Massenmediums führen? Wie wird das unsere Nutzungsgewohnheiten verändern?30 Prozent aller Fachbücher lassen sich schon herunterladen

Ungefähr 30 Prozent aller Fachbücher sollen derzeit als E-Books erhältlich sein. Themen sind vor allem Wirtschaft, Recht, EDV, Medizin und Technik. Jeden Monat kommen auf diese Weise etwa 100 neue Digitaltitel auf den deutschen Buchmarkt. Die Belletristik dagegen ziert sich heftig.

Christoph Bläsi, Buchwissenschaftler an der Universität Erlangen, nennt einen der Gründe: "Gerade längere gedruckte Texte ohne große Gliederungen sind aufgrund der physiologischen Gegebenheiten des Wahrnehmungsapparates besser lesbar als Digitalisiertes." Und wo bleibt das sinnliche Vergnügen beim Lesen eines dicken Romans? Da sieht Bläsi wenig Probleme: "Wenn ein entsprechend sexy designtes Lesegerät zur Verfügung steht, wird sich vor allem die so genannte iPod-Generation damit auch zum Schmökern zurückziehen. Ein richtig schönes Gerät wird nicht nur Harry Potter E-Book-tauglich machen."Arbeitsplätze im Buchhandel sind gefährdet

Je mehr digital konsumiert werden wird, desto naheliegender dürfte der Direktvertrieb vom Verlag werden. Das könnte für den Buchhandel schmerzhafte Einschnitte bedeuten. "Die Zahl der Arbeitsplätze wird kleiner werden - vermutlich linear zur digitalisierten Literatur ebenfalls um ein Drittel", vermutet Christoph Bläsi.

Also bloß keine Belletristik in E-Book-Form veröffentlichen? Auch davor warnt Bläsi: "Wenn man zu stark an den Geschäftsmodellen des gedruckten Buches festhält, provoziert man nur einen Dammbruch. Irgendwann wird dann nur noch wild kopiert. Aber die geniale Lösungsidee bei diesem Problem habe ich auch nicht."