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Im Kino

„Downsizing“ spielt im Disneyland für Däumlinge

Dortmund. Der Film mit Matt Damon ist ein reizvolles Gedanken-Experiment, bis die Filmstory versandet.

„Downsizing“ spielt im Disneyland für Däumlinge

Hey, eine echte Rose! Matt Damon (l.) spielt Paul, Christoph Waltz seinen Nachbarn Dusan. Foto: Paramount Pictures Foto: dpa

Die Erde ist zu klein für Milliarden Menschen und ihren Bedarf an Rohstoffen? Ein norwegischer Professor hat eine Idee, die sich als praktikabel erweist: Dank seiner „zellulären Verkleinerung“ sind Menschen, die dem Planeten Gutes tun, nur noch zwölf Zentimeter groß!

Paul wacht in einer Miniatur-Welt auf

„Downsizing“ heißt das Verfahren, das Paul (Matt Damon) durchläuft, um in einer Miniatur-Welt aufzuwachen, wo Wohnungen die Größe von Puppenstuben haben. Egal, er ist mitgeschrumpft, passt schon. Paul und andere Zwerge haben, was sie brauchen, mehr noch: sie leben im Luxus. Bei minimalem Verbrauch. Wäre das nicht die Rettung für Mutter Erde?

„Downsizing“ ist ein Film von Alexander Payne (Regisseur und einer der Autoren). Man sagt ihm nach, eine der helleren Leuchten in Hollywood zu sein, und mit Filmen wie „The Descendants“ und „Sideways“ wurde er diesem Ruf gerecht. Bei „Downsizing“ legt Payne einen gedanklich erfrischenden, visuell reizvollen Start hin, wenn er PR-Profis für das Liliputanertum trommeln lässt.

Die Mini-Menschen sind glücklicher

Die schöne neue Welt glücklicher Mini-Menschen wird in Hochglanz beworben. Wir sehen die Mauer, die dieses Liliput umrandet, die keimfreie Idylle aus der Retorte – und denken an die falschen Kulissen der „Truman Show“, auch an „Welt am Draht“, Dystopien über manipulierte Menschen in künstlichen Welten.

Paul weiß, dass er im Disneyland für Däumlinge lebt, fremdelt aber mit den Bewohnern, auch mit seinem Nachbarn Dusan (Christoph Waltz). Noch hat der Film alle Optionen. Er könnte in Richtung Satire und Groteske marschieren, kann den Aberwitz umarmen, der in der Luft liegt, wenn Emigranten in Schuhschachteln nach Amerika einreisen.

Der Film versandet am Schluss

Was macht Payne aus seinen Möglichkeiten? Eine verschnarchte, emotional und dramaturgisch komatöse Beziehungsgeschichte zwischen Paul und einer Asiatin. Der Film versandet regelrecht, hat weder Biss noch Witz, noch Standpunkt oder irgendeine Conclusio anzubieten. Stark begonnen, dann stark nachgelassen. Die Ideenflaute der zweiten Hälfte ist enttäuschend.

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