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Dörfler-Mosaik in Bochum bei Bauarbeiten zerstört

Rettung zu teuer

Ein Mosaik des Künstlers Roland Döfler ist in Bochum bei Bauarbeiten zerstört worden. Über eine Rettung des Kunstwerks war diskutiert worden. Doch sie entpuppte sich als teuer.

Bochum

, 04.04.2018
Dörfler-Mosaik in Bochum bei Bauarbeiten zerstört

Das Mosaik von Roland Dörfler zierte einen Eingang des Seniorenheims in Bochum. Foto: Stadt Bochum

Noch vor einigen Monaten zierte ein Mosaik-Kunstwerk von Roland Dörfler das Seniorenheim Haus am Glockengarten in Bochum. Das ist nun Geschichte. Bei Umbauarbeiten am Seniorenheim musste auch der mit Dörflers Mosaiken geschmückte Eingang renoviert werden. Das Problem: „Hinter dem Kunstwerk befand sich an der Wand fixiert die Brandmeldeanlage für das gesamte Gebäude“, sagt Sepp Hiekisch-Picard, stellvertretender Direktor des Kunstmuseums Bochum.

Sponsor zog sich zurück

Das verkomplizierte die Renovierung des Hauses. Denn der Aufwand war größer als gedacht. „Wurde ursprünglich noch von Kosten in Höhe von 12.000 Euro ausgegangen, so beliefen sich letzte Schätzungen auf 45.000 Euro“, steht im Protokoll des Kulturausschusses Bochum vom 24. Januar 2018. „Natürlich ist es sehr schade, dass die Dörfler-Arbeit nicht erhalten werden konnte. Aber die Kosten wären so explodiert, dass der Erhalt nicht vertretbar war“, sagt Hiekisch-Picard. Darüber hinaus sei eine Sponsorenzusage über 10.000 Euro zurückgezogen worden, was die Entscheidung, das Mosaik zu entfernen, noch bekräftigt hat.

Nur noch ein Foto in der Cafeteria erinnert an das Kunstwerk

Im Herbst 2017 „stand nur noch der Mauerrest da“ erzählt Ursula Krömer, die im Seniorenheim regelmäßig eine Freundin besucht und sich bis 2015 im Beirat des Heims engagierte. Sie findet es „sehr schade“, dass das Mosaik nicht mehr existiert.

In der Cafeteria des Seniorenheims gibt es als Erinnerung an das Mosaik ein großes Foto und ein Bruchstück des Kunstwerks. Das ist Ursula Krömer aber nicht genug. Man hätte das Mosaik verschenken sollen, statt es zu zerstören, sagt sie. So einfach gehe das leider nicht, antwortet Hiekisch-Picard. „Das Problem war die fachgerechte Demontage des Mosaiks. Die Kosten von 45.000 Euro wären auch dafür entstanden“, erklärt er.

Kein Werk von Hajek

Zuletzt gab es Aufsehen um das Werk, weil ein Kunstverein aus Bochum auf seiner Internetseite das Werk fälschlicherweise als Kunstwerk von Otto Herbert Hajek bezeichnet hatte. „Es ist aber eindeutig von dem Künstler Roland Dörfler“, bestätigt Hiekisch-Picard. Das beweist der Vertrag zwischen der Stadt Bochum und dem Künstler, der unserer Redaktion vorliegt. Roland Dörfler (1926-2010) lebte in Kornwestheim, er hatte 1965 den Kunstpreis Junger Westen erhalten.

Das Bochumer Seniorenheim äußerte sich trotz mehrerer Anfragen nicht zu der Thematik.