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Zeche Zollverein

Die Kohle kommt – allerdings nur noch ins Museum

Essen Im April 2018 eröffnet die Riesen-Schau „Das Zeitalter der Kohle“ auf der Essener Kokerei Zollverein. Wird es ein Abgesang auf die Vergangenheit?

Die Kohle kommt – allerdings nur noch ins Museum

Josef Stoffels fotografierte 1952 Bergleute auf der Zeche Carl Funke in Essen. Das Ruhr Museum widmet dem Lichtbildner schon ab Januar 2018 eine eigene Ausstellung, aber seine Fotos werden auch das „Zeitalter der Kohle“ illustrieren. Foto: Ruhr Museum

Noch hängen Plastikplanen über der Bandbrücke, die in luftiger Höhe vom Parkplatz der Essener Kokerei Zollverein zu den eigentlichen Gebäuden führt. Aber ab 27. April 2018 werden die Besucher hier in eine Standseilbahn einsteigen können – und los geht´s in die 2,5 Millionen Euro teure Ausstellung „Zeitalter der Kohle“.

Mit Prosper-Haniel in Bottroper schließt bekanntlich 2018 die letzte Zeche des Ruhrgebietes. „Wir stehen vor einem Epochenwandel“, sagte Theo Grütter, Leiter des Ruhr Museums, am Freitag. „Nicht wirtschaftlich, aber symbolisch ist das ein unheimlicher Schnitt.“ Das war der Grund für das Ruhr Museum und das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, eine gemeinsame Ausstellung in der Kokerei zu planen.

Vorbild sind legendäre Ausstellungen

Der Besucher wird 2018 auf dem Weg durch die dunkle Mischanlage rund 1200 Exponate auf 2000 Quadratmetern erleben. Vorbild sind legendäre Ausstellungen zur Geschichte des Ruhrgebietes wie „Sonne, Mond und Sterne“ anno 1999/2000 auf der Kokerei Zollverein (300.000 Besucher) oder „Feuer und Flamme“ 1994/95 im Gasometer Oberhausen (460.000 Besucher).

Einer der damaligen „Feuer und Flamme“-Macher, Franz-Josef Brüggemeier, ist auch diesmal im Leitungsteam. „Ohne Kohle würde es die Welt, wie wir sie kennen, nicht geben“, betonte er. Er nannte die drei Teile der Ausstellung: 1. Wie funktioniert der Bergbau? 2. Was steckt in der Kohle? Hier behandelt die Schau Fragen der Wissenschaft, der Politik, der Technik, aber auch des Alltags der Bergleute. 3. Was passierte vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute? Unter diesem Punkt geht die Schau auch auf die umstrittenen Subventionen für den Steinkohlebergbau ein. Ein Abgesang soll es nicht werden, die Schau fragt auch nach der Zukunft.

Michael Farrenkopf ist der Dritte im Leitungsteam und Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums am Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Er bringt 300 Leihgaben mit.

Spektakuläre Exponate aus ganz Europa reisen an

Für das Bergbau-Museum, das derzeit umgebaut wird und erst im Dezember 2018 eröffnet, ist die Schau eine Chance, das gesamte Jahr entscheidend zu prägen. Aber nicht nur aus Bochum, sondern aus ganz Europa reisen spektakuläre Exponate an – etwa der größte Kohlebrocken der Welt, 8 Tonnen schwer und 3,50 mal zwei Meter groß.

Oder eine kunterbunte Wand aus 6000 historischen Flaschen mit Farbstoffen der TU Dresden, denn Farben wurden früher aus Kohle gewonnen. Oder die Gründungsurkunde der Europäischen Gemeinschaft, die aus Luxemburg kommt. Ohne die Eisenbahn, die mit Kohle fuhr, hätte es Europa überhaupt nicht gegeben, erklärte Brüggemeier.

Die RAG schießt 1,5 Millionen Euro zu

Ein Zuschuss der RAG-Stiftung von 1,5 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Glückauf Zukunft“ macht die Ausstellung möglich. Beide Museen schießen jeweils 500.000 Euro zu. „Bei 80.000 Besuchern arbeiten wir kostendeckend“, erklärte Grütter. Die Ausstellungsmacher hoffen aber auf eine sechsstellige Zahl von Gästen.

Welterbe Zollverein Essen: „Das Zeitalter der Kohle“, 27.4.2018-11.11.2018, Arendahls Wiese, Eintritt 10 (ermäßigt 7) Euro.

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