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Die Dokumenta von 1955 bis 2012

Chronik

Seit 1955 gibt es die documenta. In bislang zwölf Ausgaben hat sie sich bei stetig steigenden Besucherzahlen zu einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst entwickelt. Dies sind die bisherigen Schauen mit ihren Originaltiteln und den künstlerischen Leitern im Überblick.

KASSEL

von dpa

, 06.06.2012
Die Dokumenta von 1955 bis 2012

Die documenta ist das Schaufenster der aktuellen Kunst.

  • documenta, 1955: Der Kasseler Künstler und Kurator Arnold Bode erfindet den Namen und die Schreibweise documenta und zeigt am Rande der Bundesgartenschau Kunst, die von den Nationalsozialisten als entartet verfemt worden war. Etwa 130 000 Gäste sehen die 670 Exponate von Ernst Barlach, Wassily Kandinsky, August Macke und vielen anderen.
  • documenta II, 1959: Nach dem Erfolg der Schau mit den zum Teil Jahrzehnte alten Bildern folgt die erste wirkliche Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Die Werke von Marc Chagall, Oskar Kokoschka, Emil Nolde und 389 anderen Künstlern sehen 134 000 Menschen.
  • documenta III, 1964: Bode leitet zum letzten Mal die Kunstschau mit nunmehr 1450 Exponaten - die documenta findet aus organisatorischen Gründen mit einem Jahr Verspätung statt. 280 Künstler locken 200 000 Besucher an. Spektakulär: Die „Kinetische Kunst“ mit beweglichen Werken.
  • 4. documenta, 1968: Ein „documenta-Rat“ aus 24 Mitgliedern, darunter Bode, leitet die Ausstellung im Umbruchjahr ‚68. Die Eröffnung wird massiv gestört, da bestimmte Kunstrichtungen nicht vertreten sind. Auf der Schau präsentieren sich 150 Künstler mit Pop-Art, Happenings und Aktionskunst. 220 000 Besucher kommen.
  • documenta 5, 1972: Die Schau verändert sich entscheidend und wird unter Harald Szeemann selbst zum Kunstobjekt. Joseph Beuys eröffnet sein „Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“, die Fotorealisten bekommen die besondere Aufmerksamkeit der 228 000 Zuschauer.
  • documenta 6, 1977: In Bodes Todesjahr findet die erste documenta im nunmehr fünfjährigen Zyklus statt. Manfred Schneckenburger präsentiert den 343 000 Zuschauern die „Honigpumpe“ von Beuys, den „Vertikalen Erdkilometer“ von Walter De Maria und eine Laserskulptur von Horst H. Baumann.
  • documenta 7, 1982: Bei der documenta von Rudi Fuchs, die knapp 380 000 Menschen sehen, bekommt Kassel zwei neue Wahrzeichen: die große Spitzhacke von Claes Oldenburg am Fulda-Ufer und ein noch stets wachsendes Werk - die 7000 Eichen von Joseph Beuys.
  • documenta 8, 1987: Wieder Schneckenburger, dieses Mal lockt seine Schau fast 475 000 Besucher. Es gibt vor allem Videokunst und Performances sowie die Guillotinen-Reihe von Ian Hamilton Finlay. Die „d8“ wurde zum Massenereignis, was ihr auch Kritik einbrachte.
  • documenta IX, 1992: 189 Künstler mit 1000 Exponaten lädt Jan Hoet ein. Die erste documenta nach dem Fall der Mauer wollen mehr als 600 000 Interessierte sehen. Populärstes Kunstwerk ist 1992 die 25 Meter hohe Skulptur „Man walking to the sky“ von Jonathan Borofsky, die auch heute noch am Kulturbahnhof steht.
  • documenta X, 1997: Die erste Frau auf dem documenta-Chefsessel, Catherine David, zeigt 120 Künstler mit 700 Werken. Knapp 630 000 Besucher kommen. Die „letzte große Kunstausstellung des 20. Jahrhunderts“ soll 1997 eine Retrospektive sein. Erstmals dabei: Das Internet.
  • Documenta 11, 2002: Der Nigerianer Okwui Enwezor ist 2002 der erste Nichteuropäer, der eine documenta leitet. Er beschränkt sich auf 118 Künstler - so wenig wie nie. Mit 650 000 Zuschauern stellt die Schau dennoch einen neuen Besucherrekord auf.
  • documenta 12, 2007: Der in Berlin geborene Wiener Roger Martin Buergel zeigt 2007 zum ersten Mal auf einer documenta zum Teil Jahrhunderte alte Kunst. Populärster Künstler ist aber Ai Weiwei mit seinen 1001 Chinesen und einem im ersten Sturm zusammenstürzenden Holztempel. 754 000 Besucher sehen die gut 500 Exponate der etwa 130 Künstler.
  • dOCUMENTA (13), 2012: Bereits vor dem Start am 9. Juni 2012 entstehen viele Kunstwerke am Ort. Mit der Schriften-Reihe „100 Notizen - 100 Gedanken“ gewährt die US-Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev erstmals einen Blick in die Entstehung und die Gedanken zu den künstlerischen Arbeiten.