Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Kostenloser Service

Die Bücherwelt der Unis steht jedem offen

Dortmund Millionen Bücher stehen in den Unibibliotheken Dortmund, Bochum und Duisburg. Jeder darf sie dort gratis lesen. In einer Stadt ist sogar die Ausleihe kostenlos.

Die Bücherwelt der Unis steht jedem offen

Wer aktuelle Fachliteratur sucht, wird in den Universitätsbibliotheken fündig. Foto: Schaftner

Seit April können die Nutzer der Dortmunder Stadtbibliothek kostenlos Bücher in der Universitätsbibliothek (UB) ausleihen. Diese Kooperation hat der Kulturausschuss beschlossen. Aber es ist nichts Neues, dass nicht nur Studierende die UB nutzen. 1661 Menschen haben einen Ausweis als externe Nutzer. Sie zahlen dafür 20 Euro im Jahr.

Vor Ort sind alle gleich

Der 33-jährige Philipp Lemke ist einer der Externen. Er hat seinen Ausweis für die Unibibliothek seit vier Jahren. Der Integrationshelfer hat in Bochum studiert und war über die Kooperation der Unis oft in der Dortmunder UB. Damals lernte er die Vorzüge kennen – für ihn sind das unter anderem die zahlreichen PC-Arbeitsplätze und die Drucker. Unter den Externen hat sich eine kleine Gemeinschaft gebildet. „Man trifft sich hier oft und geht dann auch mal zusammen etwas trinken“, sagt Lemke.


Wer sich keine Bücher ausleihen möchte, muss für die Nutzung der UB gar nichts zahlen. Das ist an allen Unis der Universitätsallianz Ruhr so, also auch in Bochum und Duisburg-Essen. Jeder darf die Bücher, Zeitschriften und Zeitungen vor Ort lesen. Alle können an den Computern elektronische Publikationen und E-Books nutzen oder im Internet recherchieren.

Einen Ausweis braucht man nicht

Auch die Servicekräfte sind für alle da, um bei der Recherche oder bei wissenschaftlichen Arbeiten zu helfen. Laut Mitarbeiterin Jessica Buschmann findet es die UB Dortmund gut, dass jeder ohne Ausweis alle Dienste vor Ort nutzen kann. „Viele Menschen trauen sich aber nicht oder wissen gar nicht, dass die Unibibliothek jedem offen steht“, so Buschmann.

Wer etwas ausleihen möchte, braucht jedoch einen Ausweis. In Duisburg-Essen kostet die Karte für Externe, die dort 3950 Leute haben, wie in Dortmund 20 Euro im Jahr. Diese Gebühr wurde 2010 eingeführt.

Hintergrund war laut Andreas Sprick, stellvertretender Direktor der UB Duisburg-Essen, dass die Studierenden die UB seit 2007 über die Studiengebühren indirekt mitfinanziert hätten. Daher sei beschlossen worden, dass auch die Externen zur Finanzierung beitragen sollten. „Grundsätzlich werden die 20 Euro von den Nutzern akzeptiert“, sagt Sprick.

Alles gratis in Bochum

In Bochum muss dagegen niemand für die Ausleihe zahlen. Das war laut Direktorin Erdmute Lapp schon immer so. „Ich finde es wichtig, dass unsere Universitätsbibliothek ein Ort ist, an dem jeder freien Zugang zu Informationen hat“, sagt Lapp.

Derzeit haben 9168 Externe einen kostenlosen Ausweis. Lapp: „Die Kosten tragen wir irgendwie mit.“ Das Personal müsse sowieso für die Studierenden bereitstehen.

Wissenschaftliche Arbeit im Ruhestand

Die Mitarbeiter der drei Unibibliotheken sagen übereinstimmend, dass vor allem Menschen mit hohem Bildungsgrad einen Ausweis für Externe haben. Viele würden neben ihrem Beruf oder im Ruhestand noch an wissenschaftlichen Aufsätzen arbeiten.

Die UB Dortmund hat analysiert, dass die meisten von ihnen Literatur aus den Bereichen Wirtschafts-, Sozialwissenschaften und Psychologie ausleihen. Das sei jedoch bei Studierenden ähnlich. Lapp beobachtet, dass in die UB Bochum viele Juristen, Historiker und Familienforscher kommen. Hoch sei auch die Nachfrage nach Werken, die sich auf aktuelle politische oder kulturelle Entwicklungen beziehen würden.

Eine Wunderkiste voller Literatur

Ein Rundgang durch die UB Dortmund zeigt: Dort stehen Werke von 2017 über Europa, Trump und andere Themen, die unsere Zeit prägen. Gleichzeitig ist die UB eine Truhe mit alten Schätzen. Wer ein bisschen stöbert, findet Bücher aus dem Jahr 1928 mit vergilbten Seiten und ausgefranstem Einband. Eine Wunderkiste voller Literatur für jedermann.

Öffnungszeiten der Uni-Bibliotheken:

Dortmund: Zentralbibliothek Mo-Fr 7-1 Uhr, Sa/So 9-1 Uhr; Bereichsbibliotheken abweichend.

Bochum: Zentralbibliothek Mo-Fr 8-24 Uhr, Sa 11-20 Uhr, So 11-18 Uhr; Fachbibliotheken abweichend.

Duisburg-Essen: alle sechs Fachbibliotheken Mo-Fr 8-19 oder 22 Uhr, Sa/So teilweise ab 10 Uhr.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

„Ocean‘s Eight“ läuft neu im Kino an

Die Damen Langfinger sind wieder unterwegs

Danny Ocean ist tot, es lebe seine Schwester: Sandra Bullock geht in „Ocean’s Eight“ mit einer Damenriege auf Juwelenraub – alles wie gehabt.mehr...

Theater Hagen beendet Saison mit Musical-Knüller.

„Kiss me, Kate“ mit einem Star aus Dortmund

Hagen Medial ist sie schon wieder abgeflaut, auf den Theaterbühnen gleichwohl immer noch ein Dauerbrenner: die „Me-too“-Debatte. Und wer Cole Porters knapp 70 Jahre altes Erfolgsmusical „Kiss me, Kate“ auf die Bühne bringt, kommt eh nicht dran vorbei. mehr...