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Das Bauhaus wird 100: Erste Ausstellungen starten schon

In Oberhausen und Essen

Wer sich die weißen Häuser am Phoenix-See in Dortmund oder in anderen Neubaugebieten des Reviers anschaut, der ahnt: Das Bauhaus lebt. Und zwar seit 1919, als es in Weimar gegründet wurde. Die Kunstschule feiert also 2019 ihren 100. Geburtstag. Aber schon jetzt beginnt ein Reigen von Ausstellungen – auch in unserer Region.

NRW

05.04.2018
Das Bauhaus wird 100: Erste Ausstellungen starten schon

Der legendäre AEG-Wasserkocher von Peter Behrens Foto: LVR-Industriemuseum

Der Architekt Walter Gropius war der Vater des „Staatlichen Bauhauses“, das 1925 nach Dessau umzog und 1933 von den Nazis dicht gemacht wurde. Seine Ideen haben bis heute das Wohnen, das Design und die Kunst beeinflusst, hin zu rationalen und reduzierten Gebäuden oder Alltagsgegenständen. Unter dem Motto „100 Jahre Bauhaus im Westen“ erinnern die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) sowie das NRW-Kulturministerium und andere Partner mit rund 40 Ausstellungen an diesen Aufbruch.

Alleskönner Peter Behrens

Den Anfang macht der Architekt Peter Behrens. Er schuf Anfang der 1920er Jahre ein gigantisches Lager für die Gutehoffnungshütte in Oberhausen, das heute leider im Schatten des noch gigantischeren Centros steht. Doch im fünften Obergeschoss (tolle Aussicht!) dieses Kolosses eröffnet am 28. April eine neue Dauerausstellung über seine legendären Entwürfe. Ob der Wasserkocher für die AEG oder die formschönen Bestecke – hier finden Kunst und Technik zueinander. Unter dem Titel „Alleskönner“ läuft schon jetzt im Kölner Museum für Angewandte Kunst (MAKK) eine weitere Behrens-Schau. Die Dritte im Bunde heißt „Das Praktische und das Ideale“ und wird ab Mai in Krefeld zu sehen sein.

Das Traumpaar Albers

Josef und Anni Albers lernten sich am Bauhaus kennen und lieben. Sie unterrichteten dort beide bis zu ihrer erzwungenen Emigration 1933 in die USA. Doch bis heute steht die Textilkünstlerin im Schatten ihres malenden Mannes. Da ist es nur gerecht, dass die Kunstsammlung NRW ihr in Kooperation mit der Londoner Tate Modern eine große Schau in Düsseldorf ausrichtet. Fast gleichzeitig sind die Gemälde ihres Mannes in einer Retrospektive auf der schönen Essener Villa Hügel zu sehen.

Flucht in die USA

„Bauhaus und Amerika“ heißt die große Schau, mit der das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster dem Schicksal der vielen emigrierten Künstler in den USA nachspürt. Gemeinsam mit John Cage oder Robert Rauschenberg schrieben sie dort die Bauhausgeschichte fort.

Und sonst noch?

Die Alte Synagoge Essen plant die Schau „Bauhaus im Rheinland – Bauhaus in Tel Aviv“ (12.9.18-28.10.19). Die LVR-Industriemuseen in Euskirchen und Bocholt präsentieren den „Mythos Neue Frau“. Und im Dornröschenschlaf liegt das „Landhaus Ilse“ im siegerländischen Burbach. Es wurde 1924 weitgehend nach Plänen des Bauhaus-Meisters Georg Muche errichtet. Jetzt will die Gemeinde es restaurieren und öffnen.

Peter-Behrens-Bau Oberhausen, Essener Straße 80, 28. 4-15.9.2018 nur Sa/So 11-18 Uhr. Ab 15.9.2018 Di-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 11 -18 Uhr. MAKK in Köln: „Alleskönner“, bis 1.7., An der Rechtsschule, Di-So 10-18 Uhr. Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld: „Das Praktische und das Ideale“, 18.5.-14.10.2018 , Joseph Beuys-Platz 1, Di-So 11-17 Uhr. Kunstsammlung K 20 in Düsseldorf: „Anni Albers“, 9.6.-9.9.2018, Grabbeplatz, Di-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr. Villa Hügel in Essen: „Josef Albers. Interaction“, 16.6.-7.10.2018, Di-So 10-18 Uhr. LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster: „Bauhaus und Amerika“, 9.11.18-10.3.19, Domplatz 10, Di-So 10-18 Uhr.