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Chor des Papstes offenbart viel Volumen

HERNE Der eine Chor bietet eine Tradition, die so weit zurück reicht wie bei keinem anderen. Die anderen zeigten, dass sie diese Musik heute perfekter singen.

von Von Klaus Lipinski

, 13.11.2007

 

In den Reihen des päpstliches Chors "Capella musicale pontificale Sistina" sangen einst Palestrina und Desprez. Auftritte außerhalb des Vatikans sind eine Rarität. Das Konzert bei den 32. Tagen alter Musik in Herne offenbarte Volumen, aber keine göttliche Klangkultur. Die gab es von Rinaldo Allessandrini und seinem Concerto Italiano sowie von Ton Koopmans Amsterdamer Barockchor samt Orchester.

Ensemble nimmt sich Freiheiten

Bei Rinaldo Alessandrini prägt der Textinhalt auf radikale Art die Musik. Da wird intensiv gefleht, geliebt, gewütet, getanzt und gestritten. Sein Ensemble nimmt sich Freiheiten: In der Lust, chromatische Effekte auszureizen, bei der Phrasierung, die sie manchmal sehr frei handhaben.

Neugier auf mehr

Koopman setzte dagegen auf ein Klangbild, in das alles perfekt integriert wurde. Der immer hell strahlende Chor und die federnden Orchesterklänge machten neugierig auf die Buxtehude-Gesamtausgabe, an der er im Moment arbeitet. Zu den Überraschungen gehörten die leichtfüßigen und doch temperamentvollen spanischen Rhythmen von Accentus Austria unter Thomas Wimmer.

Olga Pitarchs Stimme passte hervorragend zum Ensemble. Brigitte Lesne (Foto) gab in einem Solokonzert den Texten der Troubaritz den verschollenen Klang zurück, und fand eine ruhige, fast melancholische Musik.

Auch die Akademie für alte Musik setzte auf extreme Umsetzung des Inhalts. Quicklebendig und mit exzellenten Holzbläsern. Bei Händels Oratorium "Il trionfo del tempo et del desinganno" stachen gesanglich Christine Wolf und Emiliano Gonzales Toro hervor.