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Warum Monika Boguslawski sieben Jahre fürs Märchenerzählen lernen musste

dzMärchenerzählerin

Monika Boguslawski ist professionelle Märchenerzählerin. Seit über 20 Jahren erzählt sie Klein und Groß die Geschichten vom Froschkönig oder Aschenputtel. Nicht nur Kinder sind begeistert.

Kirchhellen

, 28.01.2019 / Lesedauer: 3 min

In Monika Boguslawskis Wohnzimmer steht ein großes Bücherregal. Doch anders als bei anderen stehen darin keine Thriller, Romanzen oder Krimis. Bei der Kirchhellenerin sind es über 100 Märchenbücher. Gelesen hat sie sie alle.

Bereits seit 1995 ist die Kirchhellenerin professionelle Märchenerzählerin. Doch das ging nicht einfach so, erzählt sie: „Viele denken, man müsste einfach einen Kurs machen und wäre fertig. Das ist aber falsch, ich habe sieben Jahre lang dafür gelernt."

150 Märchen im Repertoire

Und das zahlt sich aus: Heute reist Monika Boguslawski quer durch Deutschland und erzählt die verschiedensten Märchen. Ihr Augenmerk liegt dabei nicht auf den bekannten Grimmschen Erzählungen wie Froschkönig, Aschenputtel oder Hänsel und Gretel, berichtet die Kirchhellenerin: „Ich habe 150 Märchen im Repertoire. Dabei sind zum Beispiel chinesische, türkische oder russische Erzählungen."

Im Grundsatz sind alle Märchen, unabhängig von ihrer Herkunft, gleich, so Boguslawski. Das liege vor allem an den Grundwerten, die auf der ganzen Welt geteilt werden: „Alle Menschen sehnen sich nach Liebe, Wohlstand und etwas mehr als Brot und Wasser. Und alle Menschen hassen gleich." Für Monika Boguslawski ist das einer der Gründe, warum Märchen gelesen werden sollten: „Märchen verbinden Menschen auf der ganzen Welt. Jeder kann sich in sie hineinversetzen."

Das Publikum ist vielfältig

Das erkennt die Kirchhellenerin auch an ihrem Publikum. So sind es in erster Linie nicht nur Kinder, die ihren Erzählungen lauschen: „Natürlich gehe ich in Schulen und Kindergärten, aber hauptsächlich sind meine Zuhörer Erwachsene. Das reicht von Frauengruppen, die einen schönen Nachmittag verbringen wollen, bis zu Gruppen, die mit den Märchen arbeiten und sie deuten wollen." Für die Kirchhellenerin ist diese Vielfältigkeit wichtig: „Wo gibt es das sonst, dass zu einer Veranstaltung Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen kommen können? Das ist wirklich toll."

Welche Märchen die Kirchhellenerin ihrem Publikum erzählt, kommt auf die jeweilige Gruppe an. Bei Kindern kommt besonders oft der Froschkönig zum Zug, da es ein Märchen ist, das jeder kennt, so die Märchenerzählerin. Bei Erwachsenen ist die Auswahl dagegen komplizierter: „Oft wird ein Themenbereich vorgegeben. Ich hatte zum Beispiel mal eine Gruppe, der starke Frauen wichtig waren. Daran musste ich mich natürlich orientieren."

Am Ende gibt es ein Happy End

Den Kritikern, die die alten Märchen als zu brutal kritisieren, widerspricht Monika Boguslawski. Märchen beginnen zwar immer mit einer Mangelsituation und auch auf dem Weg zum Ziel begegnen den Märchenhelden immer wieder Hindernisse. Dennoch: Am Ende gibt es immer ein Happy End. Die Kirchhellenerin hält das für besonders lehrreich: „Das zeigt den Kindern doch, dass sie für ihre Ziele etwas tun müssen, aber am Ende alles gut wird. Das ist auf jeden Fall besser als das, was sie im Fernsehen sehen."

Auch in Kirchhellen erzählt Monika Boguslawski zweimal im Jahr eine Auswahl Märchen im Jugend-Kloster. Das nächste Mal ist sie dort am 29. März ab 19.30 Uhr zu sehen.
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