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Annett Reifinger nutzt den tierischen Einfluss auf den Menschen bei ihrer Arbeit

dzTiergestützte Pädagogik

Auf die meisten Menschen haben Tiere einen positiven Einfluss. Annett Reifinger nutzt das für ihre Arbeit. Sie hat sich auf tiergestützte Pädagogik spezialisiert.

von Michelle Hoffmann

Kirchhellen

, 10.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Dass das Tier der beste Freund des Menschen ist, ist nichts Neues. Sie geben einem Geborgenheit, Stärke und sind immer für einen da. Bedingungslos. „Da ist das Tier dem Menschen überlegen. Es hat keine Vorurteile und stellt auch keine Fragen”, erklärt Annett Reifinger. Sie hat sich als Pädagogin auf die Arbeit mit Tieren spezialisiert.

Tiere wirken sich positiv auf die Stimmung aus

„Ich habe schon früh bei meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gemerkt, wie positiv sich die Anwesenheit von einem Hund auf die Stimmung der Kinder auswirkt. Wenn sie sehr traurig waren, hat der Hund sie schnell wieder beruhigt”, berichtet die Kirchhellenerin von ihrer früheren Arbeit im Kinderheim.

Bei Gesprächen hat sich ihr Hund Shorty dann neben die Kinder auf die Couch gelegt. „So bekommt man einen viel besseren Zugang zu den Kindern.

Sie haben nicht das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen und ausgehorcht zu werden. Trotzdem bekommt man die Infos, die man braucht, weil der Hund als Übermittler wirkt. Die Kinder reden nicht mit mir, sondern mit dem Hund", erklärt sie.

Dass Tiere so einen positiven Einfluss auf die seelische Verfassung des Menschen haben, nutzt Annett Reifinger bei ihrer Arbeit ganz aktiv.

Zusammen mit ihrem Team aus drei Hunden, zwei Pferden und einem Kater hilft sie Menschen unterschiedlichen Alters, schwierige Zeiten zu durchleben und gestärkt daraus hervor zu gehen. Der Weg dahin kann ganz unterschiedlich sein.

Trauerarbeit ist ein großer Teil von Annett Reifingers Beruf

„Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist die Trauerarbeit. Tiere haben die Fähigkeit, Trauer einfach aufzunehmen. Man muss nicht reden, wenn man nicht will, aber erfahrungsmäßig reden die meisten in Anwesenheit eines Hundes dann doch. Das macht sie zu einem besseren Tröster, als jeder Mensch, ausgebildet oder nicht, es sein kann”, sagt Annett Reifinger.

Auch der Weg zum Friedhof wird mit dem Hund viel leichter. „Wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, dann führt das oft zu Isolation und Einsamkeit. Ein Hund kann dann dabei helfen, wieder rauszukommen. Er gibt einem das Gefühl, gebraucht zu werden. Das ist grade bei älteren Leuten ein wichtiger Punkt”, erklärt die Pädagogin.

Pferde für Mädchen, Hunde für Jungs

Bei Kindern und vor allem Jugendlichen in der Spätpubertät kann die Arbeit mit den Tieren noch mal andere Effekte haben.

So erklärt die Tierpädagogin: „Bei Mädchen arbeite ich immer gerne mit den Pferden. Das sind große, Respekt einflößende Tiere und wenn man als junges Mädchen es schafft, dass dieses große Pferd, das macht, was man ihm sagt und es einem folgt, dann hat das eine riesige Auswirkung auf das Selbstwertgefühl und gibt wahnsinnig viel Stärke.”


Annett Reifinger nutzt den tierischen Einfluss auf den Menschen bei ihrer Arbeit

Bei Mädchen arbeitet Annett Reifinger gerne mit Pferden. © Michelle Hoffmann


Bei Jungs arbeitet Annett Reifinger in der Regel eher mit Hunden. „Während Mädchen anfälliger für Depressionen sind, wirken sich Missstimmungen bei Jungen eher in Aggressionen aus. Die können sie dann beim Spaziergang mit dem Hund abbauen, indem sie Ball spielen oder rennen”, sagt sie.

„Man muss gar nicht ans andere Ende der Welt, um mit Delfinen zu schwimmen, ein Hundespaziergang kann ganz ähnliche Glücksgefühle auslösen.” Eine Therapie möchte Annett Reifinger mit ihrer Arbeit nicht ersetzen: „Ich kann den Leuten aber dabei helfen, sich auf psychotherapeutische Hilfe vorzubereiten.”

Tiere als Freund und Partner

„Wir sehen Tiere häufig nur noch als Nutztiere, um unseren Fleischkonsum und andere Bedürfnisse zu decken. Dabei haben wir aus den Augen verloren, dass Tiere auch eine ganz andere Rolle als Nutztier einnehmen können, nämlich die als unser Freund und Partner”, sagt die Kirchhellenerin.

Und obwohl diese Rolle so wichtig ist, ist sie im Umfeld eine der wenigen, die die tiergestützte Pädagogik anwendet und Menschen dadurch neue Möglichkeiten eröffnet, mit ihren Problemen umzugehen.

Die Felder, die sie damit abdeckt sind vielseitig. Neben der Unterstützung bei emotionalen Engpässen ist die Angstbewältigung bei Angst gegen Hunde und die Aufklärung zum richtigen Umgang mit den Tieren ein wichtiger Punkt ihrer Arbeit. Auch Teamtrainings bietet Annett Reifinger an.

„Tiere zeigen uns, wie man gut im Team arbeitet. Das Verhalten von einer Gruppe von Hunden kann man gut auf das eines Menschenteams projizieren. Das hilft dabei, die Kommunikation im Team zu verbessern”, erklärt sie.

Infos zu Annett Reifinger und ihrem Team findet man auf ihrer Homepage.
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