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Brennstoffzellen können Alternative sein, sagen Experten beim Energiegespräch

dzErneuerbaren Energien

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft, aber welche Systeme werden sich durchsetzen? Ist die Brennstoffzelle eine Alternative? Darum ging es beim Energiegespräch der Stadtwerke Haltern.

Haltern

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Dass die Brennstoffzelle eine stabil einsetzbare Alternative ist, belegten Prof. Jochen Arthkamp von der Technischen Hochschule Bochum und Frank Kien, Geschäftsführer der Powertox GmbH aus Bottrop, beim fünften Energiegespräch der Halterner Stadtwerke im Römermuseum. Die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke, Carsten Schier und Dr. Bernhard Klocke, begrüßten die beiden Referenten am Donnerstagabend im voll besetzten Veranstaltungssaal des Museums.

Zunächst erläuterte Jochen Arthkamp das technische Prinzip der Brennstoffzelle, das bereits Mitte des 19. Jahrhundert in Grundzügen entdeckt wurde. Sie erzeugt Energie durch die Reaktion von Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2). Damit diese aber nicht unkontrolliert in Form einer Knallgasexplosion erfolgt, werden beide Stoffe durch eine Trennwand von einander isoliert, die das Wasserstoffmolekül zwingt, sich aufzuspalten, um die Membran zu durchdringen. Durch diese Aufspaltung entsteht Energie in Form von Elektronen, die nutzbar gemacht werden kann.

Vorteile: leise, sauber und hoher Wirkungsgrad

Jochen Arthkamp nannte die Vorteile dieser Energieerzeugung: Sie ist leise, sauber und hat einen hohen Wirkungsgrad, der jeder anderen Energieerzeugung deutlich überlegen ist. In U-Booten oder auch auf Ausflugsschiffen kommen Brennstoffzellen bereits seit Langem zum Einsatz. Sie sind stationär, portabel oder mobil einsetzbar, also auch in Häusern oder in der Industrie. Brennstoffzellen arbeiten je nach System mit unterschiedlich hohen Temperaturen zwischen 100 und 1000 Grad Celsius.

Als Brennstoff muss nicht unbedingt Wasserstoff eingesetzt werden, auch Flüssiggas und vor allem Erdgas kommen in Frage. Züge und Autos lassen sich ebenfalls mit Brennstoffzellen betreiben. „Was dazu noch fehlt, ist die Infrastruktur“, so Arthkamp. „Die Brennstoffzelle ist aber eine Technik, die durch Massenproduktion auch wirtschaftlich eine große Zukunft haben wird.“

Zahlreiche Brennstoffzellenanlagen eingebaut

Frank Kien hat mit seinem Unternehmen bereits zahlreiche Brennstoffzellenanlagen in Einfamilienhäusern und auch für Industriebetriebe eingebaut. Das klassische Muster der Energieerzeugung vom Kraftwerk über die Verteiler (zum Beispiel Stadtwerke) zum Verbraucher werde sich wandeln, so Kien in Haltern. „Die Energieerzeugung der Zukunft ist dezentral, regenerativ, effizient und flexibel“, sagte er. Der Verbraucher wird zum Energieerzeuger, Stadtwerke würden als Manager der Energieverteilung fungieren. Anhand zweier Anlagentypen verdeutlichte Kien die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten im Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus und lieferte auch Kosten-Beispiele. Nach Abzug von Fördermöglichkeiten koste der Einbau einer Brennstoffzellenheizung zwischen 9000 und 14.000 Euro.

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