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Hombrucher laufen seit Monaten illegal über die Stadtbahn-Schienen und niemand tut etwas

dzU42 am Luisenglück

Die Entwicklung am Luisenglück tut dem Stadtteil gut. Doch es gibt ein Detail, das viele Hombrucher nervt. Mehr noch: Es besteht eine Gefahr am Übergang zwischen Einkaufszentrum und U-Bahn.

Hombruch

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Zwischen der U-Bahn-Haltestelle Eierkampstraße und dem neuen Einkaufszentrum liegt der Kern des Problems: Ein im Bebauungsplan festgeschriebener Übergang ist erst zu zwei Dritteln fertig gebaut. Er endet vor einem Bauzaun. Dieser wird immer wieder geöffnet und verschoben. Viele Fußgänger nutzen den verbotenen und nicht gesicherten Weg, um die Bahnschienen ohne großen Umweg zu überqueren.

Dieser Zustand ist seit April öffentlich bekannt, ein Anwohner sagt, dass es sogar schon seit Februar so sei. Das Problem: Eine abschließende Genehmigung durch die zuständige Bezirksregierung Arnsberg steht nach wie vor noch aus.

Seit zehn Monaten herrscht Stillstand

Dass sich in der Sache in den vergangenen zehn Monaten nichts getan hat, ließ in der Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung Hombruch den ein oder anderen Kragen platzen. Hombruchs Bezirksbürgermeister Hans Semmler sagte: „Das ist ein Trauerspiel hoch drei, was sich das Tiefbauamt in den letzten drei Monaten geleistet hat. Das ist nicht dortmundwürdig.“ Nach seinen Informationen sei die Anfrage bisher nicht einmal in Arnsberg eingetroffen. „Hier ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann“, sagte Semmler.

Volker Schultebraucks, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Hombruch, stellte klar: „Wir können den Zustand, dass die Leute hier illegal drüber laufen und dass die Gefahr besteht, dass jemand von der Bahn erfasst wird, nicht hinnehmen.“ Kritik kam auch aus anderen Fraktionen sowie aus Reihen des Seniorenbeirates.

Kritik kommt von vielen Seiten

In der Vergangenheit hatten auch die Verbände Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Situation am Übergang kritisiert. In einem offenen Brief sprachen sie von einem „Negativbeispiel“ dafür, dass den Worten von „gleichberechtigter Nahmobilität“ keine Taten folgen.

Im Verbandsmagazin des ADFC hatte sich Planungsdezernent Ludger Wilde im Sommer zur Sache geäußert. Darin verwies Wilde auf das „komplizierte Genehmigungsverfahren“. Und er machte deutlich, dass in 2018 nicht mehr mit einer Fertigstellung zu rechnen sei. Bereits im Oktober hatte Ludger Wilde auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grüne die Gründe für die Verzögerung erläutert. Das Problem: Der Bebauungsplan für das gesamte Luisenglück-Projekt des Unternehmens H&H Holding ist noch nicht rechtskräftig.

Neuer Weg hängt am Bebauungsplan - und der ist noch nicht genehmigt

H&H plant neben dem bereits 2017/2018 fertiggestellten Einkaufszentrum auch noch neue Wohnungen sowie eine Kita und ein Seniorenheim auf dem Gelände.

Laut Ludger Wilde könne „eine Realisierung des Gesamtgebiets, einschließlich der Erschließungsanlagen, erst nach Rechtskraft des Bebauungsplans erfolgen“. Diese soll „im Laufe des Jahres erreicht werden“. Es habe „das Erfordernis gegeben, den Bebauungsplan-Entwurf anzupassen“.

Das bedeutet: Ohne Genehmigung des Plans wird auch der Weg nicht weitergebaut. Und die Hombrucher werden weiterhin den Bauzaun zur Seite schieben, um Zeit zu sparen, und bringen sich in Gefahr.

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