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DSW21 ziehen neue Kapitalspritze von 36 bis 65 Millionen Euro für Steag auf

dzKraftwerks-Beteiligung

Neue Diskussionen um Steag: Die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) als Miteigentümer stellen sich darauf ein, weitere 36 bis 65 Millionen Euro in das Essener Energieunternehmen zu pumpen.

Dortmund

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Hektische Betriebsamkeit unter den Aufsichtsräten (AR) von DSW21: Auf Bitten von CDU-Fraktionsvize und AR-Mitglied Jendrik Suck trafen sich die vom Rat entsandten Kontrolleure am Freitag (7.12.) zu einer gemeinsamen Abstimmungsrunde.

Es geht um die Sitzung am kommenden Dienstag (11.12.). In der will sich der DSW21-Vorstand von seinen Aufsichtsräten das grundsätzliche „Okay“ geben lassen, eine frische Kapitalspritze in Form eines Darlehens für den Essener Kohleverstromer Steag aufzuziehen. In Rede steht ein Betrag zwischen 36 und 65 Millionen Euro.

Steag soll entlastet werden

Hintergrund: Steag gehört einem Konsortium aus sechs Stadtwerken im Ruhrgebiet. Sie hatten das Energieunternehmen 2011 und 2014 für insgesamt 1,2 Milliarden Euro von Eon gekauft. Die Dortmunder Stadtwerke halten mit 36 Prozent den größten Anteil. Finanziert haben die Käufer den damals heftig umstrittenen Deal mit 30 Prozent Eigenkapital: insgesamt 250 Millionen Euro aus eigenen Taschen. Der Löwenanteil der Finanzierung, 70 Prozent, erfolgte mit Fremdkapital in einer Höhe von 951 Millionen Euro.

Von denen sind mittlerweile 324 Millionen Euro bis auf 627 Millionen Euro getilgt. In der Summe sind allerdings auch 180 Millionen Euro enthalten, die Steag selber seinen Käufern damals als Darlehen gewährt hatte. Nun geht es darum, die Rückzahlung dieser Kredite spätestens ab 2020 auf neue Füße zu stellen. Und vor allem Steag zu entlasten. Wie allen Energieversorgern, bläst auch den Essenern der Wind ins Gesicht.

Eigentümer müssen Farbe bekennen

Jetzt sind die neuen Eigentümer am Zug. Um Steag zu stärken und das Eigenkapital zu erhöhen, überlegen die sechs Kommunalen (Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, Oberhausen und Dinslaken), den Steag-Kredit durch ein Gesellschafterdarlehen aus eigener Tasche „abzulösen“. Offen ist noch, ob es um die kompletten 180 Millionen Euro geht oder um eine geringere Marge von rund 100 Millionen Euro.

Offen ist auch, ob alle Stadtwerke dazu in der Lage sind. Sie müssten je nach Höhe ihrer Beteiligung Millionen Euro auf den Tisch legen. Würde Steag beispielsweise in voller Höhe entlastet, wären allein die Dortmunder Stadtwerke mit 65 Millionen Euro dabei. Würden hingegen 100 Millionen Euro "abgelöst", müsste DSW21 rund 36 Millionen Euro frisches Geld nachschießen. Da DSW21 aber noch aus dem damaligen Kauf rund 90 Millionen Euro Eigenkapital in Steag stecken hat, würde das Risiko auf 126 Millionen Euro steigen.

"Springen nicht für andere in die Bresche"

Klar ist: Fallen andere Eigentümer aus, „wird DSW21 auf keinen Fall in die Bresche springen“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Das, war zu erfahren, sei auch für die CDU-Fraktion „nicht vorstellbar.“ Man sehe aber, dass sich bei Steag die Frage der Refinanzierung stelle. Die CDU werde damit „verantwortungsvoll umgehen“, heißt es. Die SPD-Fraktion will sich am Montag die Karten legen.

Inzwischen sind auch wieder kritische Stimmen aufgetaucht, die mit Blick auf den Energiemarkt von den Zukunftsgeschäften Steags wenig überzeugt sind. Sie führen ins Feld, dass Steag seit dem Kauf zwar 55 Millionen Euro an DSW21 ausgeschüttet habe. Weitere direkte Dividenden an die Kommunalen seien zumindest vorerst aber nicht mehr zu erwarten. Kämmerer Jörg Stüdemann sagte auf Anfrage, ein Risiko für den Stadt-Haushalt bestehe nicht. Die Refinanzierung sei "längst überfällig", heißt in Dortmund. Sobald sie auf neuen Füßen steht, soll ein weiterer Gesellschafter gefunden werden.

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