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Urteil gegen Ex-Boxweltmeister bestätigt

dzSchwere Körperverletzung

Das Urteil gegen einen ehemaligen Kickbox-Weltmeister aus Dorsten ist rechtskräftig. Er war wegen schwerer Körperverletzung verurteilt worden. Ein anderes Verfahren wurde eingestellt.

Dorsten

, 28.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung war Tobias V. Anfang November 2017 vor der 16. Strafkammer des Landgerichts Essen verurteilt worden. Der Vorwurf der räuberischen Erpressung wurde fallengelassen: Er konnte „nicht ausreichend“ untermauert werden, meinte das Gericht damals.

Rechtsmediziner widerlegte Notwehr-Situation

Der Boxer (28) hatte während der drei Verhandlungstage immer wieder von Notwehr gesprochen („Ich hatte Angst“), als er am 26. Februar 2017 einen alten Freund vor dessen Wohnung an der Gladbecker Straße abpasste. Sein Gegenüber zückte ein Messer, da schlug der Boxer zu. Doch diese Version widerlegte ein Rechtsmediziner vor dem Landgericht. Angesichts der Bruchstellen am Kiefer des Opfers gehe er davon aus, dass der Schlag „mit deutlicher Kraftintensität“ von schräg hinten erfolgte, hieß es damals. „Das ist potenziell lebensgefährlich.“

Gegen das Urteil hatte die Verteidigung Revision eingelegt, scheiterte jedoch. Bei einer Revision werden – anders als bei der Berufung – grundsätzlich nicht noch einmal die tatsächlichen Umstände des Falles untersucht, sondern es wird lediglich das Urteil auf Rechtsfehler überprüft. Oberstaatsanwältin Anette Milk (Essen) bestätigte auf Anfrage auch, dass der Freispruch für die damalige Freundin des Boxers bestätigt wurde, die bei der Auseinandersetzung dabei war.

Verfahren wegen zerstörter Bäume eingestellt

Ein anderer Fall, der während des Prozesses zur Sprache kam und auch die Stadt Dorsten interessierte, wurde zu den Akten gelegt. Das Opfer hatte damals behauptet, gemeinsam mit dem Boxer acht junge Bäume vor der Johannesschule zerstört zu haben. „Das Verfahren ist eingestellt worden, weil eine mögliche zusätzliche Strafe angesichts der bestehenden Verurteilung nicht mehr ins Gewicht fallen würde“, betonte die Staatsanwältin. Die Stadt Dorsten hatte den Schaden mit etwa 25.000 Euro beziffert.

Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Mittäter wurde eingestellt - vorläufig. Laut Anette Milk weiß die Staatsanwaltschaft nicht, wo er sich zurzeit aufhält. Richter Martin Hahnemann hatte bereits bei der Urteilsbegründung kein gutes Haar an dem Opfer gelassen: „Wir haben selten einen Nebenkläger gehabt, der versucht hat, ein solch schlechtes Bild von einem Angeklagten zu zeichnen. Er wurde als halber Terrorist dargestellt.“

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