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Unaufmerksamkeit führte zu tödlichem Verkehrsunfall am Freudenberg in Dorsten

dzGerichtsprozess

Der bekannte Geschäftsmann Hermann Bügers aus Lembeck verstarb im April bei einem tragischen Verkehrsunfall nahe der Freudenberg-Kreuzung. Jetzt stand die Unfallverursacherin vor Gericht.

Dorsten

, 07.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Nicht nur für die Familie von Hermann Bügers war der 22. April 2018 ein furchtbarer Tag: Durch einen tragischen Verkehrsunfall nahe der Freudenberg-Kreuzung wurde der bekannte Lembecker Geschäftsmann, der auch in vielen Vereinen tätig gewesen war, im Alter von 62 Jahren jäh aus dem Leben gerissen. Er war damals mit seinem Motorrad auf der B 58 unterwegs, als ihm eine 69-jährige Autofahrerin die Vorfahrt nahm.

Fahrlässige Tötung

Auch für die Unfallverursacherin aus Geldern, die sich am Mittwoch wegen fahrlässiger Tötung vor dem Dorstener Schöffengericht für ihre damalige Unaufmerksamkeit verantworten musste, war der 22. April 2018 ein furchtbarer Tag. Sie wurde beim Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge schwer verletzt, muss immerfort mit dem Gedanken leben, für den Tod eines Menschen verantwortlich zu sein. „Ich gehe seitdem keinen Abend ins Bett, ohne dass ich an diesen Unfall denken muss.“

Motorradfahrer bremste noch

Die Frau kam an diesem Tag aus ihrem Heimatort, war auf dem Weg zu ihrem Ferienhaus an der Nordsee. Auf der Freudenbergstraße (B 58) wollte sie gegen 14.50 Uhr an der Anschlussstelle „Schermbeck“ nach links auf die A 31 einbiegen. Beim Abbiegen stieß sie mit der Moto Guzzi des Lembeckers zusammen, der die Bundesstraße in Richtung Schermbeck befuhr. Der 62-Jährige bremste noch ab, wurde aber frontal von dem Audi der Unfallverursacherin erfasst. Er erlitt so schwere innere Verletzungen, dass er noch vor Ort im von Zeugen alarmierten Rettungswagen verstarb.

„Straße gut einsehbar“

„Ich habe den Motorradfahrer wirklich weder gesehen noch gehört“, betonte die Frau im Gerichtssaal: „Ich kann mir das alles gar nicht erklären.“ Der vom Gericht beauftragte Gutachter kam jedoch zu dem Schluss, der Zusammenstoß war vermeidbar, wenn die Frau aufmerksam genug gewesen wäre. Es herrschte zum Unfallzeitpunkt klare Sicht, die Straße war trocken und gut einsehbar – und da die Sonne hinter der Unfallverursacherin stand, könne sie auch nicht geblendet worden sein.

Unfallopfer fuhr zu schnell

Allerdings räumte er dem Unfallopfer eine gewisse Mitschuld ein: Obwohl auf der Strecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h gilt, war der Lembecker mit 70 bis 80 km/h unterwegs egwesen. Bei der Unfallverursacherin stellet er eine Geschwindigkeit von rund 20 km/h fest.

Ein Jahr auf Bewährung

Das Schöffengericht verurteilte die Frau zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr, zudem muss sie ihren Führerschein für ein Jahr abgeben. Die Ehefrau und der Sohn des Unfallopfers erklärten im Gerichtssaal, sie hätten damals der Unfallfahrerin über den Polizei-Seelsorger ausrichten lassen, dass sie diese in ihre Trauer mit einschließen würden. „Es war deshalb eine große Enttäuschung für uns, dass bis heute keine Karte, keine Beileidsbekundung und keine Entschuldigung bei uns eingegangen ist.“

Die Unfallfahrerin erwiderte, sie habe es einfach nicht gekonnt, so nahe sei ihr die Sache gegangen: „Der Unfall hat mir immer sehr leidgetan, das können Sie mir glauben.“ Nach der Urteilsbegründung nahmen sich die Angeklagte und die Witwe weinend in die Arme.

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