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Schulleiter Herbert Rentmeister spricht über die Umzugspläne der Agathaschule

dzAgathaschule

Die Agathaschule soll im Sommer umziehen. Schulleiter Herbert Rentmeister erzählt, wie der Zeitplan aussieht, worauf er sich am meisten freut und warum Hammer beim Schulfest nützlich sind.

Dorsten

, 15.03.2019 / Lesedauer: 5 min

Schulleiter Herbert Rentmeister macht keinen Hehl daraus, wie er den Zeitplan am liebsten sehen würde: „Ganz klar: Wir wollen einen Umzug in den Sommerferien 2019.“ Das sei für das Kollegium am entspanntesten. „Wir können dann in der letzten Ferienwoche des Sommers die Klassenräume einrichten und den Kindern die Lernumgebung vorbereiten. Es dürfen keine Kartons mehr rumstehen, alles muss ausgepackt sein, wenn die Kinder kommen“, sagt Herbert Rentmeister.

Auch das Zirkusprojekt hängt an dem Umzug in den Sommerferien, denn es darf aufgrund von neuen Auflagen (Zufahrten für Rettungswagen) nicht mehr auf dem Schulhof am Voßkamp stattfinden. „Verschiebt sich der Umzug, müssen wir auch das Projekt verschieben.“

Außerdem ist für die letzte Woche ein Spiel- und Sportfest geplant, das die EF des Petrinums für die Grundschüler ausrichtet, und ein Ausflug mit der ganzen Schule ins Freilichttheater Coesfeld. „Das haben wir alles bewusst in die letzte Woche vor den Ferien gelegt, weil so die Schüler nicht im Schulgebäude sind und wir packen können.“

Schulhof wird wahrscheinlich nicht fertig sein

Bisher sieht es so aus, als würde Herbert Rentmeisters Wunsch in Erfüllung gehen. „Im Innenausbau sind die Arbeiten deutlich weiter als geplant, sie liegen vor dem Zeitplan.“ Im Außenbereich müsse der Boden noch verfüllt werden, deswegen könne das Gerüst am Klassenraumtrakt noch nicht aufgestellt werden und die Dämmung verzögere sich.

So könne natürlich auch der Schulhof nicht in einen Pausenhof-Dschungel verwandelt werden. „Dass das bis zum Sommer noch was wird, das sehe ich nicht.“ Das sei aber auch nicht tragisch. „Daran soll der Umzug nicht hängen. Wir haben ja immer noch die Grünfläche hinter dem Haus.“ Notfalls werde der Umzug in den Herbstferien 2019 stattfinden, aber der Sommer 2020 sei „absolut vom Tisch“.

Auch auf den Umzug erst im Herbst sei man vorbereitet, betont Herbert Rentmeister. „Wir haben einen Plan B.“ Im Gebäude am Voßkamp gebe es genug Klassenräume für vier Eingangsklassen, da man im vergangenen Jahr ja erstmals nur zweizügig gestartet sei.

„Wir haben dann endlich Platz“

Der Schulleiter sieht dem Schulleben in dem neuen Gebäude am Nonnenkamp mit Freude entgegen. „Wir haben dann endlich Platz.“ Die Agathaschule am Voßkamp sei für höchstens 200 Kinder geplant gewesen. Jetzt sind es 280. „Es ist einfach zu eng hier, zu laut.“ Und das Gebäude ist unbestritten marode. „Wir kommen schon wieder nicht in Internet. Wahrscheinlich für mehrere Tage. Und das passiert nicht selten“, sagte er im Gespräch. Aber jetzt noch in die Infrastruktur zu investieren, das lohne einfach nicht mehr.

Keine Kreidetafeln mehr

Das Schulgebäude am Nonnenkamp werde zu einem „grundschulgerechten Standort“ umgebaut. „Wir haben uns intensiv mit dem Schulträger und dem Zentralen Gebäudemanagement abgesprochen und wurden gehört.“ Es werde eine Grundschule entstehen, die den Standard 2019/2020 habe und nicht 1990+, sprich: „Es wird in dieser Schule keine Kreidetafeln mehr geben, sondern interaktive Tafeln und Whiteboards.“

Natürlich sei ein bisschen Wehmut dabei. „Ich bin so ausgebildet worden, aber man darf nicht stehen bleiben“, weiß der Pädagoge. „Ich wollte auch immer Dampflokomotivführer werden und als in Dorsten 1974 die Dampflok abgeschafft wurde, da musste ich mir einen neuen Beruf suchen und bin Grundschullehrer geworden. Ich trauer auch immer noch dem Geruch der Matrizenmaschine hinterher, aber man muss ja auch sehen: Was ist die Zukunft? Natürlich wissen wir nicht, was in zehn Jahren ist. Aber das kann ja kein Argument sein, bei den alten Sachen zu bleiben“, findet der Schulleiter und lacht.

Schulleiter Herbert Rentmeister spricht über die Umzugspläne der Agathaschule

Herbert Rentmeister ist begeistert von den Plänen für das neue Schulgebäude. © Jennifer Uhlenbruch

Er freut sich sichtlich auf „seine“ neue Schule, vor allem auf die Spezialräume. „Der Psychomotorikraum wird richtig toll.“ Nicht nur für die körperlich eingeschränkten Kinder sei dieser gedacht. „Er ist für alle Kinder, die in kleinen Gruppen hier toben können. Das muss gestärkt werden, denn Kinder klettern heute nicht mehr auf Bäume. Und Lernen hängt mit Bewegung zusammen.“ Luftkissen, Dschungel-Parcours, Schwebetuch, Kletternetz - das alles könnte es in dem Raum geben. „Es gibt ganz viele Möglichkeiten“, zeigt Herbert Rentmeister in einem Katalog für die Ausstattung solcher Räume.

Forscherraum „wird ganz toll“

Auch der Forscherraum weckt seine Begeisterung. „In weiterführenden Schulen würde man Physik- und Chemie-Raum dazu sagen. Hier können die Kinder entdecken, was schwimmt, was sinkt.“ Die Schulbücherei liegt ganz zentral an der Eingangshalle und nicht mehr wie jetzt unter dem Dach. Damit werde die lesende Schule gestärkt. Die Klassenräume seien schön groß, die kleineren Differenzierungsräume bieten Platz für individuellere Förderung.

Bei allem Neuen: „Diese Schule war 600 Jahre in der Innenstadt und seit 1895 in diesem Gebäude. Es ist ganz wichtig, dass wir etwas von hier mitnehmen.“ Dazu gehört der Stein mit dem Wappen, der derzeit auf dem Dachboden der Schule liegt, und auch das Bild der Heiligen Agatha des Künstlers Hermann Moog. „Das soll in den Fenstern nachgebildet werden, in denen die Geschwister Scholl zu sehen waren.“

Schulleiter Herbert Rentmeister spricht über die Umzugspläne der Agathaschule

Herbert Rentmeister will den Stein mit ins neue Gebäude nehmen. © Jennifer Uhlenbruch

Was nicht mitkommt, kommt unter den Hammer: Beim Schulfest am 6. Juli (Samstag) wird es von 11 bis 16 Uhr eine Auktion geben. „Wir haben noch Abrollstempel, Landkarten zum Aufrollen und Insekten in Schaukästen“, geht Herbert Rentmeister im Geiste den Inhalt der Schränke und des Dachbodens durch.

Außerdem dürfen an diesem Tag u.a. alle Kinder sich mit Handabdruck im Treppenhaus verewigen, es gibt einen Bücherflohmarkt, Vorführungen der Kinder, eine Schulrallye, einen Eiswagen, eine Hüpfburg und „Gedenkstein-Klöppeln“, wie Konrektorin Klaudia Heisig es nennt. „Jeder darf sich einen Stein der Schule als Erinnerung abschlagen. Wir fangen mal mit der Turnhalle an. Falls wir doch später umziehen“, scherzt sie.

Schulleiter Herbert Rentmeister spricht über die Umzugspläne der Agathaschule

Auch diese Kästen werden versteigert. © Jennifer Uhlenbruch

Ehemalige sind herzlich willkommen, diesen Tag zu nutzen, um sich mit alten Schulkameraden zu treffen und nochmal durch die Schule zu streifen und in Erinnerungen zu schwelgen. Bevor die Schultore der Agathaschule am Voßkamp endgültig schließen.

Wer die Schule mit Forscherboxen für den Forscherraum unterstützen möchte (zum Beispiel zum Thema Magnetismus), kann sich gerne im Sekretariat melden: Tel. (02362) 22826
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