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Regionalplanung: Anwohner machen ihrem Ärger im Rathaus Luft

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70 Anwohner eines Neubaugebietes in Holsterhausen haben am Montagabend im Rathaus gegen ein Neubaugebiet vor ihrer Haustür protestiert. Aber nicht alle Sorgen konnten ausgeräumt werden.

Holsterhausen

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Alles Gute kommt von oben? Das sehen die Bewohner des Wohngebietes Tiggelkamp/Am Schultendiek anders. Erst seit wenigen Tagen wissen sie, dass die vorläufige, übergeordnete Regionalplanung ein Gewerbegebiet vor ihren Haustüren ausweist.

Und seit Montagabend ist klar: Die Idee fiel nicht vom Himmel und ist nicht auf dem „Mist“ des Regionalverbandes Ruhr (RVR) gewachsen.

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Der Technische Beigeordnete Holger Lohse räumte in der Informationsveranstaltung von Umwelt- und Planungsausschuss und der Ratskommission für Stadtentwicklung ein, dass auf der Suche nach möglichen Gewerbestandorten schon vor längerer Zeit der Blick auch auf das Areal zwischen Neubaugebiet und Autobahn gefallen sei.

„Wir haben einen allgemeinen Kriterienkatalog zu Grunde legen müssen, aber immer auch gesagt, dass unsere Prioritäten woanders liegen.“ Nämlich in einer Erweiterung des Induparks Dorsten/Marl oder einem neuen Gewerbe- und Industriestandort am Freudenberg.

Regionalplanung: Anwohner machen ihrem Ärger im Rathaus Luft

Acht Hektar groß ist das Areal am Rande von Holsterhausen, dass sich der RVR als Gewerbegebiet vorstellen könnte. © RVR

Das allerdings scheint den RVR – bislang – nicht zu interessieren. Ihm gefällt die Nähe zur Wohnbebauung in Holsterhausen viel besser.

„Eine Priorisierung ist keine Ablehnung“

Die rund anwesenden 70 Anwohner sparten nicht mit Kritik. Da war die Rede davon, dass die „Landwirtschaft in Holsterhausen zerschlagen“ werde, dass die Informationspolitik der Stadtverwaltung miserabel gewesen sei und Windor beim Verkauf der Grundstücke einst mit falschen Karten gespielt habe.

Jürgen Tyburski brachte die größte Sorge der Holsterhausener aber auf den Punkt: „Eine Priorisierung ist keine Ablehnung.“ 140 Unterschriften gegen die Regionalplanung wurden binnen weniger Tage gesammelt.

Planungshoheit bleibt bei der Stadt

Tatsächlich sind sich Stadtverwaltung und Politik am Montag einig gewesen, dass in der neuen Regionalplanung ein Gewerbegebiet am Rande von Holsterhausen nichts zu suchen habe. Das wird der Umwelt- und Planungsausschuss am 26. Februar wohl beschließen.

Und wenn die Verbandsversammlung das dann doch anders sehen sollte, obwohl es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt, behält die Stadt auf jeden Fall die Planungshoheit – und würde wohl vorerst keinen Finger rühren. Vorerst.

Niemand weiß derzeit, was eine nachfolgende Planer- und Politikergeneration in 15 Jahren darüber denkt. Und wie groß die Zwänge vielleicht sein werden, Gewerbeflächen in Dorsten ausweisen zu müssen.

Dann erinnert sich vielleicht wieder jemand an eine Fläche in der Emmelkämper Brauk...

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