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Gewerbegebiet neben Wohnsiedlung? In Holsterhausen formiert sich der Widerstand

dzRegionalplanung

Der Regionalplan Ruhr sieht ein Gewerbegebiet für Dorsten und Schermbeck vor. Aber nicht dort, wo beide Kommunen es gerne hätten. Das bringt Anwohner in Holsterhausen auf die Barrikaden.

Holsterhausen

, 06.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat am 6. Juli 2018 beschlossen, einen neuen Regionalplan für die Metropole Ruhr aufzustellen. Erstmals in NRW werden auch regional bedeutsame Gewerbe- und Industrieflächen für neue Unternehmen und Arbeitsplätze ausgewiesen.

„Der Plan wird das Leben der Menschen prägen“

Diese regionalen Kooperationsstandorte sollen in interkommunaler Zusammenarbeit entwickelt werden und dabei „optimale Standortbedingungen für große Betriebsansiedlungen bieten“, teilte der RVR im August mit. „Der künftige Regionalplan Ruhr wird das Leben der Menschen in der Metropole Ruhr für Jahre entscheidend prägen“, sagt RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel. In Teilen von Holsterhausen wird diese Ankündigung auch als Drohung verstanden.

Denn in der vorläufigen Planung ist von einem Interkommunalen Gewerbegebiet für Dorsten und Schermbeck die Rede - auf einer Freifläche zwischen der A 31 und der Neubausiedlung Tiggelkamp/Schultendiek, in der sogenannten Emmelkämper Brauk. „Wie kommt der Regionalverband Ruhr auf diese Fläche?“, fragt sich Anwohner Jörg Michelt. Dieselbe Frage stellt man sich in den Rathäusern von Dorsten und Schermbeck auch. Denn eigentlich ist seit 2015 ein solches Gewerbegebiet, u.a. wegen der besseren Verkehrsanbindung, in der Rüster Mark nahe Freudenberg in den Köpfen der Planer

Gewerbegebiet neben Wohnsiedlung? In Holsterhausen formiert sich der Widerstand

Westlich der A 31 am Rastplatz Holsterhausen sieht der Entwurf der Regionalplanung ein Gewerbegebiet vor. Dabei hatten Dorsten und Schermbeck eine ganz andere Idee. © Regionalverband Ruhr

Seit einigen Tagen kursiert ein Flyer in den Holsterhausener Siedlung, um den Widerstand zu organisieren. Denn sieben Monate nach dem Beschluss der Regionalversammlung wird die Zeit allmählich knapp. Die Einspruchsfrist endet Ende Februar. „Wieso wurde das einschneidende Thema nicht aktiv von der Stadt Dorsten offensiv kommuniziert?“, ärgert sich Jörg Michelt. „Wertvolle Monate zur Vorbereitung von Einspruchsmöglichkeiten sind bereits vergangen.“

Schermbeck hat Widerspruch eingereicht

Sein Nachbar Siegfried Tyburski kann sich „nur schwer vorstellen, dass wir in ein paar Jahren eine Müllsammelstation, ein Logistikzentrum oder ähnliches hinter unseren Häusern haben.“ Ob es eines Tages tatsächlich soweit kommt, weiß niemand. Die Gemeinde Schermbeck hat ihren Widerspruch im Januar formuliert und an den Kreis Wesel zur Weiterleitung an den RVR geschickt.

In Dorsten steht das Thema am nächsten Montag (11.2., 17 Uhr, Ratssaal) in der Ratskommission für Stadtentwicklung auf der (öffentlichen) Tagesordnung. Im September des vergangenen Jahres hatte der Umwelt- und Planungsausschuss einen Zwischenbericht zur Kenntnis genommen. „Die Verwaltung wird der Politik vorschlagen, den Standort Emmelkämper Brauk nicht zu favorisieren, sondern stattdessen der Regionalplanung vorzuschlagen, den Standort Rüster Feld aufzunehmen“, teilte Stadtsprecher Ludger Böhne am Mittwoch auf Nachfrage mit. Er bestätigte „viele Nachfragen aus dem Wohngebiet“.

Mehr Lkw-Verkehr in Wohngebieten

Gegen den Emmelkämper Brauk spricht aus Sicht der Stadtverwaltung allerdings nicht nur die schlechtere Anbindung an die A 31, sondern auch das höhere Risiko, dass „die Ausweisung von Gewerbeflächen zu einer Zunahme des Lkw-Verkehrs in Wohngebieten führt“. Für diesen Standort gebe es „derzeit überhaupt keine konkrete Planungsabsicht“.

Der Regionalplan Ruhr trifft Festlegungen in Form von Zielen und Grundsätzen zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Raums. Er sieht an einigen Stellen Funktionen und Nutzungen vor und schließt sie damit an anderer Stelle aus. Die Festlegungen sind – ähnlich wie in einem kommunalen Flächennutzungsplan – lediglich Möglichkeiten, die aber nicht ausgeschöpft werden müssen.
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