Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Albert-Schweitzer-Schule feiert ihren 50. Geburtstag

dzSchullandschaft

Die Albert-Schweitzer-Schule wird 50 Jahre alt: Burgi Beste blickt zurück auf die Anfänge, spricht über die Besonderheiten ihrer Schule und verrät, wann und wie das Jubiläum gefeiert wird.

Dorsten

, 12.03.2019 / Lesedauer: 5 min

Die Uhr am Schulgebäude der Albert-Schweitzer-Schule war beim Ortstermin stehen geblieben, die Zeit ist es an der Grundschule im Dorf Hervest jedoch nicht. Viel ist passiert in den 50 Jahren, seit die Schule ihre Tore an der Glück-Auf-Straße geöffnet hat.

Mal erfreute sich die Schule besonderer Beliebtheit, mal blieben die Schüler fern. Das und noch viel mehr kann die heutige Schulleiterin Burgi Beste in den Chroniken nachlesen, die ihre Vorgänger sorgfältig mit Zeitungsartikeln, Bildern und handschriftlichen Notizen bestückten.

So ging die Schule an den Start

1968 wurde mit dem Gesetz zur Neugliederung des Schulwesens in NRW die Gemeinschaftsgrundschule als Schulform eingeführt. In der katholischen Paulusschule im Dorf Hervest wurde zum 1. August 1968 die spätere Albert-Schweitzer-Schule als Gemeinschaftsgrundschule gegründet, in der konfessionsübergreifend unterrichtet wurde. Die Gemeinschaftsgrundschule befand sich im selben Gebäude an der Dorfstraße wie die Volksschule Paulusschule, bis sie als „Gemeinschaftsgrundschule an der Glück-Auf-Straße“ zum 25. August 1969 an den heutigen Standort zog.

„In den beiden ersten Klassen waren insgesamt 99 Schüler“, erfährt Burgi Beste aus der Chronik, die der damalige Schulleiter Gerhard Freer anlegte. „Das Problem mit den vollen Klassen hatten sie also schon damals“, sagt sie und schüttelt den Kopf. „Nur, dass volle Klassen damals noch etwas anderes hießen als heute.“

Name war sehr unbeliebt

„Gemeinschaftsgrundschule an der Glück-Auf-Straße“ - diesen Namen mochte die Schulkonferenz gar nicht. „Deshalb schlug Gerhard Freer vor, die Schule in Schollbrockschule umzubenennen, da sie sich auf dem Gelände des ehemaligen Hofes Schollbrock befindet“, sagt Burgi Beste.

Die Schulkonferenz plädierte einstimmig dafür, Unterschriften von 250 Eltern wurden gesammelt, jedoch lehnte die CDU den Vorschlag ab - „weil alle Schulen in Dorsten nach Personen benannt waren“, heißt es in der Chronik - und brachte den Vorschlag Albert-Schweitzer-Schule ins Spiel. „Der Rat entschied sich dann mehrheitlich für diesen Namen.“

Schnell war die neue Schule sehr beliebt. Bis Mitte der 1970er-Jahre wuchs die Schülerzahl auf 400 Schüler an, wurde komplett dreizügig. Da in dem Gebäude aber nur acht Klassen Platz fanden, wurden einige Klassen im Gebäude der ehemaligen Paulusschule unterrichtet. Sehr zum Missfallen der Schulleitung und der Eltern.

Im November 1980 berichtet der Vorsitzende der Schulpflegschaft in einem Leserbrief in den Ruhr Nachrichten vom schlechten Zustand, in dem sich das Gebäude befindet. Gesundheit und Sicherheit der Kinder würden leiden, weil die Schule nicht mehr saniert werde.

Er schildert, wie die Heizung versagt und der Dachboden von der Feuerwehr für den Schulbetrieb gesperrt wurde, weil bei einem Brand das Risiko für Lehrer und Kinder dort oben zu groß wäre. „An der gespannten Finanzlage der Stadt Dorsten haben alle Bürger der Stadt Dorsten zu tragen. Die Rücken von Grundschulkindern sind dafür aber mit Sicherheit zu schwach“, schreibt er.

Auch die Stadt hatte bereits 1979 ein Raumprogramm entwickelt, jedoch zog das Land seine Zusage zu finanziellen Mitteln zurück. So wurde das Projekt zunächst auf Eis gelegt und zwei Fertigbauklassen des alten Petrinums mitgenutzt. 1986 nahm die Verwaltung die Planung wieder in Angriff, der Regierungspräsident bewilligte sie und 1989 stand der Anbau, der vier weiteren Klassen Raum bot.

Weniger Schüler an der Albert-Schweitzer-Schule

Die Schülerzahl war indes gesunken: 1981 konnten nur zwei erste Klassen gebildet werden. In der Chronik wird das darauf zurückgeführt, dass der Schule erstmals eine größere Anzahl türkischer Kinder zugewiesen wurde. Die im Stadtteil Hervest wohnenden Kinder wurden auf die Augusta- und die Albert-Schweitzer-Schule verteilt.

Nur die katholische Bonifatiusschule „schloss sich aus“. „Viele Eltern schickten ihre Kinder dann zu dieser Schule“, erfährt Burgi Beste aus der Chronik. Ein weiterer Grund für weniger Albert-Schweitzer-Schüler: Durch die Einrichtung eines gemeinsamen Einzugsbereiches der Albert-Schweitzer- und der Augustaschule konnten mehr Kinder der Augustaschule zugewiesen werden, die über die notwendigen Raumreserven verfügte.

Als Burgi Beste 2008 die Schulleitung übernahm, gingen rund 180 Kinder an der Glück-Auf-Straße zur Schule. In diesem Sommer werden es 226 sein. „Wir haben einen engen Kontakt zu den Kindergärten aufgebaut und die Eltern aus dem Dorf wissen, dass es sich lohnt, bei uns mal reinzuschnuppern und sich unsere Schule anzusehen“, ist eine Erklärung Burgi Bestes dafür, dass viele Eltern wieder die Schule im Dorf für ihre Kinder wählen. Die Schule ist sehr beliebt: Auch in diesem Jahr musste Burgi Beste wieder Schüler ablehnen.

Drei kleine Differenzierungsräume entstanden

Kinder sollen heute individuell und differenziert unterrichtet werden - deswegen wurde in den vergangenen Jahren abermals der Ruf nach mehr Platz laut. Seit dem Sommer 2018 ist er durch den Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung vorhanden. So sind unter anderem drei kleine Differenzierungsräume entstanden.

In den Sommerferien 2019 soll der Offene Ganztag in den „Neubau“, so wird in der Schule der Trakt von 1989 immer noch genannt, ziehen und die dort vorhandenen Klassenräume in den heutigen OGS-Bereich umsiedeln. „So hat die OGS ihren eigenen Bereich und wir gewinnen größere Klassenräume, die für unsere großen Klassenstärken wichtig sind“, sagt Burgi Beste.

Sie sei sehr stolz auf ihre Schule und die Gemeinschaft aller Mitarbeiter. „Das Kollegium, die Mitarbeiter der OGS - wir sind als ein Team zusammengewachsen, das auch im Hinblick auf die Werte und die Regeln an einem Strang zieht. Unser Motto ‚Gemeinsam sind wir stark‘ trifft es sehr gut“, sagt sie. „Wir sind hier offen für jeden und begegnen ihm auf Augenhöhe, gehen wertschätzend und respektvoll miteinander um.“ Dafür gebe es viele Projekte wie „Benimm ist in“.

Die Albert-Schweitzer-Schule feiert ihren 50. Geburtstag

Die "Benimm ist in"-Regeln hängen in der Schule. © privat

In jeder Klasse gibt es einen Klassenrat, der die Wünsche und Ideen der Klassen aufnimmt. Die Klassensprecher geben sie bei einem Treffen mit der Schulleiterin an sie weiter. „Wir nehmen die Kinder ernst und sie dürfen mitbestimmen. Wir begleiten sie auf dem Weg zu einer selbstbewussten und sozialen Persönlichkeit.“

Gerade sei das Thema Müll den Kindern sehr wichtig. Umweltscouts der dritten und vierten Klasse kontrollieren in jeweils zwei Patenklassen, ob das Licht nach Schulschluss aus ist, die Fenster zu sind, der Müll richtig getrennt ist. Einmal in der Woche teilen sie ihre Erkenntnisse dann den Patenklassen mit.

Die Albert-Schweitzer-Schule feiert ihren 50. Geburtstag

Die Umweltscouts vor dem Plakat, das sie überall in der Schule aufgehängt haben. © privat

Den Geburtstag ihrer Schule und ihre Gemeinschaft will die Schulgemeinde feiern: Am 29. Juni (Samstag) wird es von 12 bis 16 Uhr ein großes Schulfest geben, an dem auch die Kooperationspartner wie Vereine, Feuerwehr, Mr. Trucker Kinderhilfe und Mobile Jugendhilfe mitmachen. Es wird auch ein Ehemaligentreffen geben. Näheres gibt der Festausschuss bald bekannt. Gleichzeitig bittet die Schule für eine Ausstellung im Rahmen des Schulfestes um alte (Klassen-)Fotos, Schulmaterialien und nette Anekdoten aus der Grundschulzeit. Hierfür wurde die E-Mail-Adresse eingerichtet:

50-Jahre-ASS@web.de. Kontakt kann auch über das Sekretariat aufgenommen werden, das von Montag bis Donnerstag jeweils von 7.30 bis 12 Uhr besetzt ist.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt