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Sanierte Hausfassaden machen Dorstens Innenstadt schöner

dzWir machen Mitte

Alle reden von der neuen Fußgängerzone, doch eine attraktive Innenstadt lebt auch von den Häusern am Straßenrand. Das Hof- und Fassadenprogramm hilft, aber nicht jedem nützt es.

Dorsten

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die hübschen Erker im ersten und zweiten Obergeschoss fallen sofort ins Auge. Davon gibt es nicht so viele in der Altstadt. Anfang der 1950er-Jahre wurde das Haus an der Lippestraße 38 gebaut. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ladenlokal, das derzeit leer steht, darüber sind drei Wohnungen. Für den Eigentümer ist das Gebäude auch ein Stück Familiengeschichte. „Es hat immer uns gehört“, sagt der Dorstener, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Sanierte Hausfassaden machen Dorstens Innenstadt schöner

Die Fassade des Hauses an der Lippestraße 38 wird im nächsten Jahr saniert. © Ralf Pieper

Im Frühjahr 2019 wird renoviert, nicht innen, sondern außen. „Ich wollte erst mal abwarten, bis die Fußgängerzone vor unserer Tür fertig ist. Vorher hätte das keinen Sinn gemacht.“ Der Hausbesitzer hat die Gunst der Stunde aber noch aus einem anderen Grund genutzt. Der Dorstener nimmt am Hof- und Fassadenprogramm des Stadterneuerungsprojektes „Wir machen Mitte“ teil. 40 Prozent der Kosten bekommt er auf diesem Weg erstattet, „das ist ein fünfstelliger Betrag“.

Werbetafel wird dezenter

Die auffällige Werbung der ehemaligen „Lippe-Bäckerei“, die sich gerade mal ein Jahr halten konnte, kommt weg. „Die Außenwerbung wird dezenter“, betont der Vermieter. Das Mauerwerk bekommt einen frischen Anstrich.

Fakten

Das Hof- und Fassadenprogramm

Das Hof- und Fassadenprogramm ist ein Unterstützungsangebot für Immobilieneigentümer, die einen finanziellen Zuschuss zur Sanierung oder zum Anstrich ihrer Fassade oder zur Umgestaltung von Hofflächen beantragen können. Bezuschusst werden bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Beispiele für förderfähige Projekte sind der Anstrich einer Fassade, die Begrünung von Fassaden und Dächern, Graffiti-Entfernung, die Gestaltung von Innenhöfen, Entsiegelungsmaßnahmen oder Maßnahmen zum Biotop- und Artenschutz. Das Programm ist im September 2017 gestartet und läuft voraussichtlich Mitte 2021. Die Fördersumme beträgt insgesamt 620.000 Euro. Hier gibt es weitere Informationen.

Auf der Rückseite werden das Geländer einer Dachterrasse erneuert, der Schallschutz für eine Klimaanlage verbessert sowie ein Vordach und ein „Fahrrad-Käfig“ entfernt. „Natürlich habe ich als Dorstener ein Interesse daran, dass das Haus gut aussieht und den Gesamteindruck der Altstadt verbessert“, meint er. „Eigentümern, die nicht hier wohnen, ist das egal. Die schauen nur, dass die Mieteinnahmen stimmen.“

Das sieht Johannes Bender ähnlich. „Diejenigen, die außerhalb wohnen, haben wenig Interesse“, meint er. Bender gehört ein Haus ein Stück die Straße hinunter. „Brillen Bender“ stand viele Jahrzehnte an der Fassade, obwohl der Pächter seit 1972 Paul Siewers hieß. Vor einer Woche hat dort Hunkemöller eröffnert.

Eigentümer hat einen sechsstelligen Betrag investiert

Johannes Bender hat einen sechsstelligen Betrag in das Haus investiert, wie er sagt. Das Ladenlokal wurde nach den Plänen von Architekt Elmar Figgener komplett umgebaut, die Fassade erneuert. Auf finanzielle Unterstützung aus dem Hof- und Fassadenprogramm hat er nach einigen Beratungsterminen verzichtet. „Das hat mir nichts gebracht. Ich wollte ja vorne etwas verändern, da, wo man es sieht. Der Hinterhof kann bleiben, wie er ist.“

Sanierte Hausfassaden machen Dorstens Innenstadt schöner

„Brillen Bender“ stand über Jahrzehnte an dem Haus. Jetzt ist dort Hunkemöller eingezogen. © privat

Zwei Hausbesitzer mit unterschiedlichen Herangehensweisen, aber einig in der Sache: Viel mehr Eigentümer in der Altstadt sollten investieren. Das sieht nicht nur gut aus, sondern steigert auch die Attraktivität der Einkaufsstadt Dorsten. „Die Mieten haben sich in den letzten zehn bis 15 Jahren halbiert“, meint der Besitzer des Erker-Hauses. Er steht in Verhandlungen mit einem neuen Mieter. Den Namen mag er noch nicht nennen, aber die Altstadt hätte dann einen Leerstand weniger.

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