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Ein neuer Ausrüstervertrag mit Puma soll dem BVB mindestens 25 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Das Gesamtvolumen der Partnerschaft läge je nach Laufzeit zwischen 200 und 300 Millionen Euro.

Dortmund

, 07.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Borussia Dortmund winkt mit dem angestrebten Deal ein Sprung in eine neue Dimension bei den Sponsoring-Einnahmen. Die Verhandlungen rund um dieses spektakuläre Werbe- und Ausrüster-Paket sind nach Informationen dieser Redaktion fortgeschritten. Bis zu einer offiziellen Verkündung dürfte es aber noch einige Zeit dauern.

„Wir sind mit der Zusammenarbeit mit Puma sehr zufrieden und möchten gerne weiter zusammenarbeiten“, betont Carsten Cramer, BVB-Direktor für Marketing. Voraussetzung sei, „dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dem deutlich gestiegenen Wert von Borussia Dortmund Rechnung tragen“.

Summen sind in ungeahnte Höhen geschnellt

Seit 2012 rüstet der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach den BVB aus. Damals wurde der im Dezember 2010 geschlossene Vertrag, der anfangs sechs und inzwischen mehr als neun Millionen Euro pro Jahr beschert, als Coup gefeiert. Doch seitdem sind die Summen in der Branche für die Topklubs in ungeahnte Höhen geschnellt. In der Spitze, bei den spanischen Riesen Real Madrid und FC Barcelona, zahlen Nike und Adidas mehr als 100 Millionen Euro pro Saison. Dem FC Bayern München beschert der 15-Jahres-Vertrag mit dem strategischen Partner Adidas bis 2030 60 Millionen Euro pro Spielzeit.

BVB-Deal mit Puma ist mehrere Hundert Millionen Euro wert

„Wir sind mit der Zusammenarbeit mit Puma sehr zufrieden und möchten gerne weiter zusammenarbeiten“, betont Carsten Cramer. © Bielefeld

Dortmund taxierte also weit unter Wert in den vergangenen Jahren. Das wird sich nun ändern. „Wir sehen in der Verlängerung des Ausrüstervertrages erhebliches Potenzial“, sagt Cramer. Schließlich hat der Konzern seit 2012 wirtschaftlich und sportlich den Sprung in die Top Ten in Europa geschafft.

Puma schließt Deal mit Manchester City ab

Die im Herbst kolportierte Verdoppelung der bisherigen Bezüge reichte den Borussen folglich bei Weitem nicht aus. „Einen kräftigen Schluck aus der Pulle“ forderte da Hans-Joachim Watzke. Den dürfte er bekommen. Borussia Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung könnte mit dem Mega-Deal bald einen seiner lukrativsten und wichtigsten Verträge als BVB-Boss unterzeichnen. Je nach Laufzeit, die Puma wie branchenüblich eher langfristig anlegen möchte, der Klub aufgrund möglicher Steigerungspotenziale eher kürzer, umfasst das Paket ein Gesamtvolumen zwischen 200 und 300 Millionen Euro.

Puma hat soeben auch Manchester City unter Vertrag genommen, für angeblich 10 Jahre und 75 Millionen Euro pro Saison. Rivale Nike garantiert Tottenham Hotspur, wirtschaftlich ein vergleichbarer Konkurrent für die Schwarzgelben, circa 35 Millionen Euro, bindet sich dafür allerdings auch gleich für 15 Jahre an den US-Konzern.

Den idealen Zeitpunkt knapp verpasst

Noch sei keine Übereinkunft erzielt, heißt es in Dortmund und Herzogenaurach. Über die weitere Zusammenarbeit der für beide Seiten fruchtbaren Partnerschaft gibt es, trotz anderer Interessenten, die beim BVB angeklopft haben sollen, dennoch wenig Zweifel. Die Unterschrift könnte, so hofft man beim BVB, in den nächsten Monaten erfolgen und damit bereits für das nächste Geschäftsjahr den alten Günstig-Vertrag ablösen. Den hatte Puma im Vorjahr per Option noch bis 2022 verlängert.

Für Puma ist der BVB der wichtigste Partner in Deutschland. International hat das Unternehmen, das bei seinen Umsätzen (ca. 5 Mrd. Euro) weit hinter Nike (30 Mrd.) und Adidas (20 Mrd.) rangiert, auch von der Zusammenarbeit mit dem BVB auf nationaler und internationaler Ebene profitiert.
Puma ist nicht nur seit 2012 Ausrüster des BVB, das Unternehmen hält seit 2014 zudem fünf Prozent der Anteile an der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Puma-Chef Björn Gulden sitzt außerdem seit 2014 im Aufsichtsrat der BVB GmbH & Co. KGaA.

Den idealen Zeitpunkt für den Zuschlag für das Raubkatzen-Logo hat die Borussia knapp verpasst. Seit etwa zwei Jahren stagnieren oder reduzieren sich die Merchandising-Einnahmen, zuletzt ligaweit um rund fünf Prozent, und der Trend bei den Verkäufen der teuren Trikots ist tendenziell rückläufig. Mit geschätzten 500.000 bis 650.000 abgesetzten Leibchen liegt der BVB in der Bundesliga gut, international jedoch weit hinter den Schwergewichten wie Real Madrid oder Manchester United. Beim eigenen Merchandising verbuchte der BVB im abgelaufenen Geschäftsjahr dem allgemeinen Trend folgend ein Minus von 10 Millionen Euro oder 25 Prozent. Womöglich ist Puma auch deswegen nicht so spendabel wie vielleicht erhofft.

Umbro zahlt Schalke sechs Millionen Euro pro Jahr

Was die großen Sponsoring-Pakete betrifft, wächst die Lücke zu den Giganten der Sparte ebenso wie der Abstand zu den nächstgrößeren Klubs in Deutschland. Zum Vergleich: Umbro, seit 2018 Nachfolger von Adidas beim FC Schalke 04, zahlt geschätzte sechs Millionen Euro für jede Spielzeit.

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