Diorama entsteht: Schlacht im Miniaturformat

STADTLOHN Die Sparkasse und die Sparkassenstiftung lassen das größte historische Diorama NRWs bauen.

  • <p>Begeistert vom Modell (v.l.): Christoph Nienhaus (stellv. Vorsitzender Stiftungsvorstand), Stefan Prost (Geschäftsführer Spiel & Freizeit Peckedrath), Klaus Stachowski (Vorstand Sparkasse/Vorsitzender Stiftungsvorstand), Bürgermeister Helmut Könning (Kuratoriumsvorsitzender Sparkassenstiftung) und Karl-Heinz Bollmann (Vorstandsvorsitzender Sparkasse/Kuratoriumsvorsitzender Sparkassenstiftung).</p>

    <p>Begeistert vom Modell (v.l.): Christoph Nienhaus (stellv. Vorsitzender Stiftungsvorstand), Stefan Prost (Geschäftsführer Spiel & Freizeit Peckedrath), Klaus Stachowski (Vorstand Sparkasse/Vorsitzender Stiftungsvorstand), Bürgermeister Helmut Könning (Kuratoriumsvorsitzender Sparkassenstiftung) und Karl-Heinz Bollmann (Vorstandsvorsitzender Sparkasse/Kuratoriumsvorsitzender Sparkassenstiftung).</p>

Es ist heiß. Trotzdem sind die Stadtlohner in Feierlaune. Wir schreiben den 6. August 1623: Urban VIII. wird zum Papst gewählt. Dann die Schreckensnachricht: Heerscharen wälzen sich durchs Münsterland in Richtung der 800 Einwohnerstadt - jetzt dargestellt in einem Modell-Szenario. Nach seiner Fertigstellung wird es das größte historische Schlachtmodell in NRW und vielleicht auch weltweit. Noch liegt die Schlacht bei Waterloo von 1815 mit mehr als 46 000 Figuren im Guinness Buch der Rekorde vorne. Das könnte sich bald ändern: Auf dem in Stadtlohn geplanten Diorama, das die kriegerische Auseinandersetzung zwischen General Johann Tserclaes von Tilly und Christian von Braunschweig während des 30-jährigen Krieges zeigt, sollen sich 65 000 Soldaten und Zivilisten auf 70 Quadratmetern im Maßstab 1:72 tummeln - wenn das Projekt, das von der Sparkasse Stadtlohn angeschoben und von der Stiftung des Instituts langfristig begleitet wird, in einigen Jahren vollendet ist. "Doch der Eintrag ist nicht unser primäres Ziel", betont Christoph Nienhaus, geistiger Vater des Mammutprojektes. Die Sparkasse wolle vielmehr das historische Ereignis und die Folgen für die Zivilbevölkerung mit Hilfe von Modellbauinteressierten und Jugendlichen nachbauen, um für die Stadt ein dauerhaftes und einzigartiges kulturelles Highlight zu schaffen.

Vor rund zehn Jahren kam dem Projektleiter Nienhaus die Idee. Anlässlich des 375. Jahrestages der bedeutenden Schlachtsuchte er den Ort des Geschehens im Lohner Brook auf - und fand nichts. Nach dem Besuch der Intermodellbau einige Jahre später gewann er Stefan Prost, der heute als Modellbaukoordinator das Projekt mitvorantreibt - und das in großen Schritten. Seit zwei Jahren werden Figuren von einer Spezialfirma gefertigt und von zahlreichen Helfern bemalt. "In der Spitze waren wir knapp 60 Leute - die meisten Jugendliche", schildert Prost das Engagement. 85 000 Stunden werden Modellbauinteressierte wohl bauen, lackieren und die Landschaft im Stil des 17. Jahrhunderts modellieren, bis das Gesamtkunstwerk vollendet ist.

Verlauf verfolgen

Nicht nur die Schlacht und deren Verlauf werden dargestellt, auch Stadtlohn selbst mit Fluss und Brücken wird originalgetreu nachgebaut. So können die Besucher erleben, wie sich beide Parteien gegen Mittag unversöhnlich gegenüberstehen, nachmittags unter Einsatz von Kanonen und Musketen den Kampf ausfechten und später die Unterlegenen samt Anführer die Flucht antreten.

"Wir unterstützen zahlreiche Projekte. Aber der Gedanke hinter dem historischen Modell ist, dass wir etwas Bleibendes für die Stadt schaffen wollen", erklärt Karl-Heinz Bollmann, Vorstandsvorsitzender und stellvertretender Kuratoriumssprecher der Sparkassenstiftung.

Insbesondere Jugendlichen wolle man ein Stück Geschichte und Modellbau als sinnvolles Hobby näher bringen. Deshalb seien alle Interessierten eingeladen, bei der weiteren Gestaltung der Figuren mitzuhelfen. "Wir hoffen, die Begeisterung der jungen Leute mit diesem Projekt zu wecken", meinte auch Klaus Stachowski, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Stiftungsvorstand. Bürgermeister Helmut Könning betonte ebenfalls, wie wichtig es sei, Jugendliche mit zur Auseinandersetzung mit der Geschichte zu mobilisieren.

Beabsichtigt sei, das Projekt, das weit über Stadtlohns Grenzen Bedeutung erlange, für die Regionale 2016 anzumelden, um Fördermittel zu akquirieren. Auch Sponsoren seien jederzeit willkommen. Wo das 70 Quadratmeter große Modell letztlich aufgestellt wird, ist noch unklar. Interessierte, die ein Objekt in Stadtnähe kennen, können sich mit der Sparkasse in Verbindung setzen. kh

Jugendliche oder Modellbauer, die mitmachen möchten, werden von Modellbaukoordinator Stefan Prost in Workshops mehr Informationen und Techniken erhalten. Interessierte können sich bei Christoph Nienhaus, Sparkasse Stadtlohn, unter Tel. (0 25 63) 40 31 04 melden.


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Autor
Katrin Herbers
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Juli 2009, 17:56 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Juli 2009, 21:12 Uhr