Opel-Belegschaftsversammlung: Opel-Betriebsrat soll Abbau von bis zu 3000 Jobs zustimmen

BOCHUM Die Opel-Spitze plant bis zum Jahr 2016 in Bochum 2500 bis 3000 Arbeitsplätze abzubauen - und will dafür die Zustimmung von Betriebsrat und Gewerkschaft. Unterdessen hat die Belegschaft dem Betriebsrat das volle Vertrauen für die Verhandlungen mit dem Konzern ausgesprochen.

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  • Wie dramatisch die Situation für den Opel-Standort Bochum ist, ist auf einer Belegschaftsversammlung im Werk deutlich geworden.

    Wie dramatisch die Situation für den Opel-Standort Bochum ist, ist auf einer Belegschaftsversammlung im Werk deutlich geworden. Foto: dpa

  • Rainer Einenkel, der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes am Rande der  Betriebsversammlung.

    Rainer Einenkel, der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes am Rande der Betriebsversammlung. Foto: dpa

Ganze elf Stunden dauerte die  Betriebsversammlung im Bochumer Opel-Werk an. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers wurde die Produktion während der Belegschaftsversammlung gestoppt. Die Opelaner vor Ort zeigen sich wenig redselig, die Stimmung ist gedrückt. Inzwischen hat sich der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel zum Stand der Verhandlungen geäußert.

Entwickeln statt Abwickeln

Betriebsrat und IG Metall forden vom Opel-Vorstand, dass er seine Drohungen zurücknimmt und gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zu "ernsthaften und verantwortlichen Verhandlungen zurückkehrt". Der Standort Bochum müsse entwickelt, nicht abgewickelt werden, heißt es in einem Informationsschreiben des Betriebsrates. "Die Marke Opel braucht eine Zukunft. Das geht nicht ohne Bochum."

Während der Belegschaftsversammlungen haben Betriebsrat und Gewerkschaft alle in den Verhandlungen gespielten Trümpfe auf den Tisch gelegt und Aussagen des Unternehmens öffentlich gemacht. Unter anderem geht es - einmal mehr - um die drohende Schließung des Bochumer Werkes. Der Betriebsrat kritisiert, dass seitens des Unternehmens zwar daran festgehalten werde, dass die Fahrzeugproduktion in Bochum auslaufen soll. Allerdings weigere sich das Unternehmen nach wie vor, eine plausible Erklärung für diese Entscheidung abzugeben.

Motorenproduktion abgelehnt

Eine Verlängerung und Erweiterung der Getriebeproduktion solle außerdem nur kurzfristig erfolgen - außerdem werde eine Motorenproduktion vom Opel-Management grundsätzlich abgelehnt. "Unsere Vorschläge nach einer Komponentenfertigung, dem Aufbau eines Technologiezentrums 'E-Mobilität', eines Technologie-Zentrums für Leichtbau & Verbundwerkstoffe und weitere Vorschläge sollen geprüft werden", schreibt der Betriebsrat in einer Mitteilung. Ein Ergebnis solle in drei bis vier Monaten vorliegen.

Bislang sei seitens des Unternehmens lediglich zugesagt worden, das Ersatzteillager zu erweitern. Stand jetzt bedeute dies, dass 66 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen würden.
    
Allerdings wurde im Rahmen der Belegschaftsversammlung auch noch einmal auf die vom Unternehmen geforderten Vorbedingungen eingegangen, die Grundlage für die Fortsetzung der Verhandlungen seien sollen. Demnach fordert das Opel-Management wie berichtet die Streichung der Nachtschicht im zweiten Quartal dieses Jahres, die letzte Einstellung von Auszubildenden im Jahr 2013 und den Auslauf der Getriebeproduktion spätestens 2014.

2016 endgültig Schluss

Darüber hinaus soll die Berufsausbildung 2016 auslaufen, die Fahrzeugproduktion am Standort Bochum ebenfalls. Betriebsrat und Gewerkschaften sollen außerdem zustimmen, dass bis 2016 2500 bis 3000 Stellen abgebaut werden sollen und akzeptieren, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden können.

Nur wenn Betriebsrat und Gewerkschaften den Plänen der Konzern-Spitze zustimmen, will das Unternehmen die Fahrzeugüroduktion am Standort Bochum nicht bereits Ende 2014 beenden, sondern diese mit einem Teil der Belegschaft bis Ende 2016 fortsetzen. Danach solle allerdings endgültig Schluss sein. "Die weitere Prüfung unserer Vorschläge sowie die Gründung einer Gesellschaft Bochum Perspektive 2022 will das Unternehmen von einer kurzfristigen Zustimmung zu den Vorbedingungen abhängig machen", schreibt der Betriebsrat.
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