Paralympics: Verena Bentele ist blind und läuft Ski
DORTMUND Hopp! Es geht geradeaus. Was der Begleiter sagt, ist Gesetz. Der Guide gibt die Kommandos – zeigt, wo es lang geht. Denn Verena Bentele sieht selbst nicht, wo es lang geht. Sie ist blind und fährt Ski-Langlauf und Biathlon.
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Am 12. März starten für die junge Sportlerin dort die Paralympics – die Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderungen. Einen Tag nach der Eröffnungsfeier steht die 28-Jährige das erste Mal in der Loipe. In der Biathlon-Verfolgung über 7,5 Kilometer geht sie mit ihrem Begleiter Thomas Friedrich an den Start.
Kurven nach der Uhr
Der „Guide“ fährt knapp drei Meter vor und beschreibt der blinden Biathletin durch Kommandos die Strecke. „Bei Hopp geht es geradeaus. Bei Kurven wird nach der Uhr gefahren. Bei links auf 10 geht es links entlang. Außerdem sagt er mir, ob Hügel oder Bodenwellen kommen“, erklärt Verena Bentele.
Guide und Läufer müssen ein eingespieltes Team sein. „Es ist wichtig, dass man sich versteht – auch neben dem Sport. Man muss die Macken des Anderen kennen. Thomas muss zum Beispiel meine Nervosität vor dem Start aushalten“, lacht Verena Bentele.
Haltezonen
An manchen Streckenabschnitten gibt es sogenannte „Haltezonen“. Dies sind besonders schnelle Abfahrten mit scharfen Kurven, bei denen sich „Guide“ Thomas Friedrich und Verena Bentele berühren dürfen. So kann die Rennläuferin zum Beispiel das Skistockende ihres Begleiters zur Orientierung anfassen.
Abschlussarbeit muss warten
Neben der Zielscheibe hat die Studentin auch ein anderes Ziel im Kopf. „Ich will Paralympics-Siegerin werden“, sagt Verena Bentele ehrgeizig. „Man muss dem Ziel alles unterordnen und sich nur auf den Wettkampf fokussieren“, betont sie, die sich optimal für die Paralympics vorbereitet fühlt. Dafür stellt die Studentin auch ihre Magisterarbeit hinten an.
Es hat sich gelohnt, wenn Verena Bentele bei den Paralympics mit einem „Hopp“ ganz oben aufs Siegertreppchen springt.












