Energiesparlampen: Das passende Modell für jeden Bedarf
NRW Die Firma Osram ist seit über 100 Jahren im Leuchtkörper-Geschäft, die Münchener gelten als Garant für Qualität „Made in Germany“. In jüngster Zeit muss sich der Licht-Multi allerdings ungewohnt deutliche Kritik an seinen Produkten anhören.
Eine Mitarbeiterin überprüft an einem Testplatz mit Spiegel die richtige Funktionsweise von Energiesparlampen. (Foto: dpa)
„Wir stellen fest, dass es ein großes Problem bei der Beratung gibt“, sagt Müller. „Früher war Licht ein einfacher Mitnahme-Artikel, heute weiß der Kunde nicht mehr, was er kaufen soll – LED, Halogen oder Energiesparlampen.“ Und das führt erst zu Fehlkäufen und dann zum Frust über funzelnde, ungemütliche Beleuchtung.
Claudia Bruhn, Energie-Referentin bei der Verbraucherschutz-Zentrale NRW, rät daher, beim Kauf von Energiesparlampen genau auf die Verpackung zu schauen. Den kompletten Durchblick jedoch wird der Kunde erst ab dem 1. September 2010 haben. Erst von diesem Stichtag an müssen Hersteller verpflichtend Angaben etwa zur Lichttemperatur, zum Quecksilbergehalt und der durchschnittlichen Lebensdauer auf der Verpackung angeben. Derzeit ist die Kennzeichnung freiwillig.
Eine Frage des Geldes
Deshalb sollten Verbraucher laut Bruhn momentan auf die Beratung im Fachgeschäft setzen. „Nicht im Discounter kaufen – und zehn Euro sollte man schon bereit sein, für eine Lampe auszugeben.“ Schließlich hielten die neuen Leuchten auch etwa zehn Mal länger als die herkömmliche Glühbirne.
Nicht jeder Kunde findet das richtige Licht. Das hat Günter Neunert von der EnergieAgentur.NRW in vielen Beratungsgesprächen festgestellt (siehe Interview unten). Daher hätten auch die Berater Bedarf, ihr Wissen über die Lampen zu verbessern.
Grundsätzlich seien die Energiesparlampen besser als ihr Ruf. Davon ist Michael Koswig von der Stiftung Warentest überzeugt. Er und sein Team testen regelmäßig Beleuchtungsmittel. „Das Sortiment ist größer geworden, und anders als früher gibt es viel mehr Lampen mit warm-weißem Licht, das als gemütlicher empfunden wird“, sagt er.
Doch die Vorbehalte hielten sich hartnäckig. Wegen des hohen Blauanteils gelten energiesparende Modelle beispielsweise als gesundheitsschädigend. Zu unrecht, so Koswig: „Dieses Phänomen ist sogar geringer als bei Neonröhren.“
Alternative LED
Er rät, nicht die erstbeste Lampe zu kaufen, sondern für jeden Bedarf die passende. „Eine Alternative bieten auch LEDs“, so Koswig. Sie sparen ebenfalls Energie und können zum Beispiel als Spot gerichtetes Licht spenden. Halogen wiederum schaffe gemütliches Licht. LED-Lichter kombiniert mit Halogen und Energiesparlampen böten den Verbrauchern alle Möglichkeiten: „Ist es zu hell, schalten sie einfach ein paar Lichter aus.“
Zum Kauf von LED-Leuchten rät auch die Baumarkt-Kette-Praktiker. „Die haben alle Vorteile der Energiesparlampen ohne die Nachteile“, sagt Praktiker-Sprecher Harald Günter. Nur: Das weiß offenbar keiner. LED-Lampen haben derzeit einen Marktanteil von gerade mal fünf Prozent.






