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21.03.2012 19:08 Uhr
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Lommel nimmt Abschied von Opfern der Buskatastrophe

Lommel (dpa) Gut eine Woche nach dem Busunglück in der Schweiz haben Tausende Menschen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von den Todesopfer aus der belgischen Stadt Lommel genommen.

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Ein Halbkreis aus 15 Särgen: Trauerfeier im belgischen Lommel. Foto: Yorick Jansens (Foto: dpa)

Neben Mitschülern und Familien der verunglückten Kinder und Erwachsenen trauerten auch Belgiens König Albert II. und seine Frau Paola sowie der belgische und niederländische Regierungschef. Vor der Sportarena nahe der niederländischen Grenze nahmen nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga rund 10 000 Menschen Anteil und verfolgten die Feier auf Videoleinwänden.

«Der Schnee in unseren Herzen macht keinen Platz für diesen neuen Frühling», sagte der Bürgermeister des Ortes, Peter Vanvelthoven, selbst um Fassung ringend. Eltern, Geschwister und Kinder traten vor die Mikrophone, um die Erinnerungen an ihre Lieben zu teilen. 14 kleine weiße Särge und ein großer dunkler standen aufgebahrt in der Halle, mit Rosen geschmückt, bei jedem ein Bild des Toten. Eine Begleiterin war schon vorher beigesetzt worden, eine Familie wollte ihr Kind lieber im Stillen beerdigen. Begleitet von Klaviermusik hatten Soldaten die Särge in die abgedunkelte Halle getragen.

Bei dem Busunfall in einem Tunnel nahe Siders im Wallis waren am 13. März 22 Kinder und 6 Erwachsene auf dem Rückweg von einer Skifreizeit getötet worden, darunter fünf Niederländer. Die Kinder hatten Schulen in Lommel und im Löwener Ortsteil Heverlee besucht, 17 der Toten stammten aus Lommel. Auch beide Busfahrer kamen ums Leben. 24 Menschen wurden verletzt. Für die neun getöteten Schüler und Erwachsenen aus Löwen sollte am Donnerstag eine weitere Trauerfeier stattfinden.

«Du warst ein Wunder für uns», richtet ein Mann mit grauen Haaren letzte Worte an das verlorene Kind. Ein Mädchen will wissen: «Meine liebe kleine Schwester, warum bist du so früh gegangen?». All der Streit unter Geschwistern tue ihr nun so leid. «Ich wünschte, ich hätte mehr schöne Worte zu dir gesagt.»

Belgiens Premierminister Elio Di Rupo hörte ihr ebenso zu wie König Albert II. und Königin Paola. Der König hatte sich zusammen mit Lommels Bürgermeister Vanvelthoven vor den Angehörigen verneigt und ihnen sein Beileid ausgesprochen. Auch der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Máxima sowie Regierungschef Mark Rutte war angereist, ebenso EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und die Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf. Die Beerdigungen sollten später unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Vor der Sporthalle in Lommel hingen die Fahnen auf halbmast, weiße Ballons reckten sich an langen Bändern gen Himmel. Neben dem Eingang hatten Trauergäste Blumen abgelegt und Bilder aufgehängt, die ihre Kinder für die Opfer gemalt hatten. Einige Kinder schrieben Nachrichten direkt an die Eingangswände und baten die Engel im Himmel, auf ihre getöteten Freunde aufzupassen.

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