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Medienhaus Lensing
09.02.2012 05:00 Uhr
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Interview mit der Bundeskanzlerin: Merkel: Griechenland muss Sparpaket umsetzen

Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die griechische Regierung aufgefordert, das beschlossene Sparpaket ohne Abstriche umzusetzen. "Was die Regierung in Athen mit dieser Troika vereinbart hat, das muss sie umsetzen", sagte die Bundeskanzlerin.Von Andreas Herholz/Rasmus Buchsteiner

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: dpa)

"Manche dringend notwendige Maßnahme ist zwar auf dem Papier angenommen, aber noch bei weitem nicht durchgeführt worden", erklärte Merkel im Interview mit unserer Berliner Redaktion.

 Die Kanzlerin beharrt auf der gemeinsam festgelegten Zielmarke bei der Staatsverschuldung. "Die griechische Verschuldung muss bis 2020 auf etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes reduziert werden, damit hätte das Land aus eigener Kraft wieder eine Chance an den Märkten", sagte sie.

Forderung nach Sonderkonto

Merkel bekräftigte die Forderung nach der Einrichtung eines Sonderkontos für Griechenland. "Bei der Idee eines Sonderkontos und bei anderen Ideen geht es darum, den Schuldnern Griechenlands zu sagen, dass der Schuldendienst zuverlässig erfolgt. Der Gedanke ist, dass dieser Schuldendienst von einem gesonderten Konto bedient wird", erklärte die Kanzlerin. Der Europäische Rat, dem auch Griechenland angehört, habe im Oktober vereinbart, dass wegen der mangelnden Umsetzung der Reformprogramme wirksamere Instrumente gesucht werden sollten, um diese Umsetzung zu gewährleisten, so die Kanzlerin.

Verständnis für die Proteste

Merkel zeigte Verständnis für die Proteste in Griechenland. "Ich weiß, dass die notwendigen Reformen für viele Griechen harte Einschnitte mit sich bringen. Und ich habe Verständnis, wenn diejenigen, die persönlich die Krise ihres Landes nicht verschuldet haben, jetzt friedlich demonstrieren", erklärte die Regierungschefin.

Merkel sprach sich für einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion aus: "Griechenland ist Mitglied der Eurozone - und wir alle wünschen einen Erfolg am Ende der jetzt stattfindenden Verhandlungen", sagte sie.
 


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