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Medienhaus Lensing
11.01.2012 08:45 Uhr
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Vorwürfe gegen Bundespräsident: Anwälte präzisieren Angaben zu Wulffs Italien-Urlaub

BERLIN/HAMBURG Die Anwälte von Bundespräsident Christian Wulff haben seine Angaben zu einem kostenlosen Urlaub in der italienischen Villa eines Versicherungsmanagers präzisiert. Dem Magazin „Stern“ bestätigten die Anwälte, dass der Manager Wolf-Dieter Baumgartl 2008 während des Aufenthalts der Eheleute Wulff in seinem Haus im italienischen Castglioncello nur „teilweise anwesend“ gewesen sei.dpa

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Steht weiterhin unter Druck: Bundespräsident Christian Wulff. (Foto: Hannibal, dpa)

Sie gaben außerdem zu, dass auch das Hauspersonal der Villa „einige Dienstleistungen für das Ehepaar Wulff erbracht hat“.


Das Staatsoberhaupt hatte in seinem Fernsehinterview zur Kredit- und Medienaffäre mit Blick auf seine Urlaube auf Norderney und in Italien gesagt, er stehe zu diesen kostenlosen Urlauben bei Freunden und dazu, „mit den Freunden zusammen zu kochen, zu frühstücken, im Gästezimmer zu schlafen“.

Baumgartl war Vorstandschef und ist seit Juli 2006 Aufsichtsratschef des Hannoveraner Versicherungskonzerns Talanx. Im Interview hatte Wulff gesagt, Baumgartl sei „sozusagen Pensionär“.

Altmaier kritisiert Wulffs Anwälte 

Währenddessen stößt die Nichtveröffentlichung von Fragen und Antworten zur Kredit- und Medienaffäre des Bundespräsidenten  in der Unionsfraktion des Bundestags auf Unverständnis. Der parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, kritisierte das Verhalten der Anwälte.

"Ich hielte es für unglücklich, wenn der Eindruck entstünde, dass die Anwälte des Bundespräsidenten jetzt hinter dem zurückbleiben, was er selbst in einem Fernsehinterview angekündigt hat», sagte Altmaier dem «Hamburger Abendblatt»

Berufung auf Verschiegenheitspflicht

Lehr berief sich auf Anfrage des Berliner «Tagesspiegels» auf die «anwaltschaftliche Verschwiegenheitspflicht», die einen solchen Schritt nicht zulasse. Das Präsidialamt nahm zu der Frage, warum Wulff seine Anwälte nicht davon befreit, nicht Stellung.

Wulff hatte in der vergangenen Woche im Interview von ARD und ZDF angekündigt, er wolle in der Affäre für vollständige Transparenz sorgen. «Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Details zu diesen Abläufen sehen und bewertet sehen, auch rechtlich», sagte er. Und an anderer Stelle des Interviews sagte er: «Ich geb' Ihnen gern die 400 Fragen, die 400 Antworten.» Wulffs Anwälte legten am folgenden Tag aber nur eine sechsseitige Zusammenfassung vor.

Dabei ging es im wesentlichen um die Kreditfinanzierung von Wulffs Eigenheim im niedersächsischen Burgwedel und um Urlaubsaufenthalte bei teils prominenten Freunden. Der umstrittene Anruf bei «Bild»- Chefredakteur Kai Diekmann, mit dem Wulff die Veröffentlichung des ersten Berichts über den Hauskauf verzögern oder verhindern wollte, wird in dem Papier nicht erwähnt.




 Das Wulff-Interview vom 4.1.2012
 



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