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London (dpa) Im Konflikt um das iranische Atomprogramm sind die Amerikaner radikaler als die Europäer. Sollte der Iran tatsächlich Uran für die Produktion von Atomwaffen anreichern, wären 44 Prozent der Amerikaner für die Bombardierung von iranischen Atomanlagen.
Wandmalerei in Teheran: Die Beziehungen zwischen den USA und Iran sind seit Jahrzehnten von Spannungen geprägt. Foto: Abedin Taherkenareh/Archiv (Foto: dpa)
Das ergab eine internationale Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa. Auch 37 Prozent der Dänen sprachen sich für diese aggressive Methode aus. Nur 18 Prozent der Deutschen stimmten für die Bombardierung. Von den Befragten aus dem Mittleren Osten lehnen 66 Prozent einen Angriff ab, 20 Prozent würden ihn unterstützen.
Befragt wurden 8757 Menschen aus Großbritannien, Deutschland, Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen, den USA und dem Mittleren Osten.
Die Todesstrafe für Wissenschaftler, die am iranischen Atomprogramm mitarbeiten, würden sogar 26 Prozent der befragten Amerikaner unterstützen, 52 Prozent strikt ablehnen. Unter den deutschen Befragten wären 9 Prozent dafür und 84 Prozent dagegen.
Härtere wirtschaftliche Sanktionen würden die wenigsten Befragten ablehnen. In den USA wären 12 Prozent dagegen, in Deutschland 19. Unentschieden sind in dieser Frage nur die Befragten aus dem Mittleren Osten: 44 Prozent wären für schärfere wirtschaftliche Sanktionen, 43 Prozent dagegen.
Die meisten Befragten gehen davon aus, dass die Urananreicherung im Iran nicht ausschließlich friedlichen Zwecken, sondern auch der Atomwaffenproduktion dient. 74 Prozent der Deutschen und 64 Prozent der Amerikaner teilen diese Ansicht. Der niedrigere amerikanische Wert ergibt sich daraus, dass mit 29 Prozent vergleichsweise viele Amerikaner bei dieser Frage die Antwort «Ich weiß es nicht» gaben. Nur 7 Prozent glauben demnach den Beschwichtigungen der Iraner. Bei den Befragten aus dem Mittleren Osten liegt dieser Wert bei 18 Prozent.
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