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Washington (dpa) Im US-Militär dürfen Soldatinnen nun auch regulär in kämpfenden Einheiten dienen. Aber ein Einsatz direkt im Kampfgeschehen an vorderster Front bleibt ihnen weiterhin verwehrt.
US-Soldatin beim Einsatz im Irak: Soldatinnen im US-Militär dürfen nun auch regulär in kämpfenden Einheiten dienen. Foto: Ali Abbas/ Archiv (Foto: dpa)
Mit den geänderten Vorschriften könnten sich Frauen jetzt auf etwa 14 000 Stellen im Militär bewerben, die ihnen bislang verwehrt geblieben seien, teilte das US-Verteidigungsministerium am Donnerstag in Washington mit. Aktiv dienen in den US-Streitkräften rund 200 000 Soldatinnen und 1,2 Millionen Soldaten.
Die bisherigen Vorschriften dienten dazu, Frauen hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten. Eine seit 1994 bestehende Regel untersagte Frauen aber auch als Panzermechaniker zu arbeiten oder den Aufklärungsradar in der Artillerie zu bedienen. Dieser Radar ermittelt, von wo Granaten abgeschossen werden und wo sie einschlagen. Nachdem die Vorschrift geändert wurde, können sich 13 000 Frauen allein auf diese beiden Jobs in unmittelbarer Nähe von kämpfenden Einheiten bewerben.
Frauen dürfen aber auch künftig nicht in der Infanterie, Artillerie oder in Spezialeinheiten dienen. Doch prinzipiell sei nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft noch weitere Positionen für Frauen geöffnet werden, sagte Pentagon-Sprecher George Little.
Grundlage der veränderten Regeln seien die neuen Ansätze, Kriege zu führen, heißt es in der Mitteilung des Pentagon. Moderne Schlachtfelder hätten «keine klaren Frontlinien und sichere Rückzugsbereiche, Operationen zur Unterstützung des Gefechts sind über Kampfgebiete zerstreut». Diese Faktoren hätten es zuletzt schon in Afghanistan und im Irak schwieriger gemacht, die geltenden Regeln umzusetzen.
Nach «über zehn Jahren Krieg, in denen sich Frauen als unentbehrlich erwiesen haben», sei das Verteidigungsministerium zu der Entscheidung gekommen, ihnen mehr Einsatzmöglichkeiten zu bieten, sagte Vee Penrod, Personalverantwortliche im Pentagon.
Viele Nato-Verbündete der USA behandeln Männer wie Frauen gleich. In der Bundeswehr gebe es für Frauen keinerlei Beschränkungen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch in Italien gibt es keine Tabuzonen und Frauen sind in allen Waffengattungen zugelassen. In der spanischen Berufsarmee sind viele Frauen an Kampfeinsätzen im Ausland beteiligt. Frauen und Männer haben dabei die gleichen Rechte und dürfen gleichermaßen an Kampfhandlungen teilnehmen. In Frankreich kommandieren Frauen Regimente, fahren Panzer oder fliegen Kampfjets. Lediglich auf U-Booten werden sie nicht eingesetzt.
Ähnlich wie in den USA ist dagegen die Lage in Großbritannien. Frauen dürfen beispielsweise nicht in der Infanterie oder bei Kampfhandlungen eingesetzt werden.
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