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Medienhaus Lensing
02.02.2012 17:12 Uhr
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Hintergrund: Die geplante Raketenabwehr in Europa

BRÜSSEL Die Raketenabwehr für Europa beschäftigt die Nato seit zehn Jahren. Erste Studien wurden beim Nato-Gipfel 2002 in Prag in Auftrag gegeben. Die Entwicklung der Raketenabwehr wurde dann im November 2010 bei einem Gipfel in Lissabon beschlossen.dpa

Die Abwehr richtet sich gegen eine Bedrohung Europas durch Raketen aus Staaten, die als politisch schwer berechenbar gelten, vor allem den Iran. Nach Angaben der Nato verfügen derzeit weltweit etwa 30 Staaten über Raketen, mit denen auch Massenvernichtungswaffen abgefeuert werden könnten.

Schutz von Truppen und Bevölkerung

Ohne Berücksichtigung von Nato, China, Russland und den USA haben diese schwer berechenbaren Staaten schätzungsweise mehr als 6000 Raketen, davon etwa 5500 Kurzstreckenraketen. Die Raketenabwehr der Nato beruht auf einem Abwehrprogramm, an dem bereits seit Jahren gearbeitet wird. Dieses Programm (ALTBMD) ist ausschließlich für den Schutz von Soldaten konzipiert. Die neue Raketenabwehr soll aber nicht nur Truppen, sondern alle europäischen Nato-Staaten mit ihrer Bevölkerung schützen.

Sie wird deswegen deutlich „aufgebohrt“. Unter anderem so: Die Türkei stationiert eine große Radaranlage, die Niederlande verbessern die Radars von vier Fregatten, die USA stationieren in Spanien vier Raketenabwehrschiffe. Die unterschiedlichen Beiträge der Nato-Mitglieder werden bei der Nato mit dem „Phased Adaptive Approach“ der USA verbunden. Dieses Programm sieht bis 2020 die stufenweise Installation und Stationierung von Abwehrraketen, vor allem auf Schiffen und U-Booten, vor.

Zerstörung von feindlichen Raketen

Eine wesentliche technische Herausforderung besteht darin, eine feindliche Rakete sehr rasch zu erkennen und innerhalb weniger Minuten eine Abwehrrakete auf Kollisionskurs zu schicken. Diese soll einen Sprengkopf noch in großer Höhe mit der Wucht ihres Aufpralls zerstören. Manche Experten bezweifeln, dass dies unter den Bedingungen eines Ernstfalls möglich ist.

Der Einsatz der Raketenabwehr soll vom Nato-Luftkommando in Ramstein (Air Component Command) geleitet werden. Russland befürchtet, dass die Raketenabwehr der Nato auch gegen seine eigenen Raketen gerichtet werden könnte. Moskaus Verlangen nach einer Mitentscheidung beim Einsatz wird von der Nato abgelehnt. Russland hat deswegen mit der Stationierung neuer Raketen gedroht, die Raketen der Nato abwehren könnten.


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