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Tel Aviv/Teheran (dpa) Der Nervenkrieg um das iranische Atomprogramm trübt auch die amerikanisch-israelischen Beziehungen. Israel sei verärgert über US-Zweifel an seiner militärischen Fähigkeit, den Iran anzugreifen, berichtete die Zeitung «Haaretz» am Dienstag.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (2.v.l.) besucht ein Projekt zur Nuklearforschung in Teheran. Foto: Presidential Official Website (Foto: dpa)
Dies nehme den Druck vom Iran, sein Atomprogramm endlich offen zu legen. Genau darum bemühten sich auch Fachleute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am zweiten und letzten Tag ihres Besuchs im Iran. Teheran gab sich weiter unnachgiebig und drohte mit Überraschungsschlägen, falls es bedroht werde.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak beschwerten sich dem Zeitungsbericht zufolge beim nationalen Sicherheitsberater im Weißen Haus, Tom Donilon, über kritische Äußerungen von US-Generalstabschef Martin Dempsey und anderen. Wer Israels Angriffsfähigkeit infrage stelle, verringere den Druck auf den Iran und erhöhe damit letztlich die Gefahr, dass es tatsächlich zu einem Krieg kommen könne, gab das Blatt ungenannte Vertreter Israels wieder.
Dempsey hatte zu bedenken gegeben, eine Attacke Israels auf den Iran wäre «destabilisierend». Und er hatte Israel zur Zurückhaltung aufgerufen: «Es wäre zu diesem Zeitpunkt nicht weise, den Iran anzugreifen». Zeitgleich hatte die «New York Times» einen skeptischen Artikel über die Erfolgschancen eines israelischen Angriffs gedruckt. Ein solcher Angriff werde die israelische Luftwaffe auf eine sehr harte Probe stellen, gab die Zeitung Militärexperten wieder. Ein Erfolg sei alles andere als garantiert.
Das IAEA-Team unter Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts wollte auch am zweiten und letzten Tag des Iran-Besuchs von den Vertretern der iranischen Atomorganisation und des Sicherheitsrats der Regierung vor allem Zusagen für künftige Treffen und konkrete Überprüfungen erhalten. Dabei geht es um Zugang zu Dokumenten, Wissenschaftlern und verdächtigen Anlagen wie Parchin südöstlich von Teheran. In der weitläufigen Militärzone soll jener Metallbehälter stehen, in dem möglicherweise Versuche mit nuklearen Raketensprengköpfen simuliert wurden.
Der Physiker und Nuklearexperte der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Giorgio Francescini, äußerte sich in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa vorsichtig optimistisch: «Es gibt Zeichen, dass sich etwas bewegt. Die sehe ich in dieser Reise, aber mehr noch in der Antwort auf den Brief der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton». Dies sei vielleicht ein Zeichen, dass die Iraner bereit seien, sich wirklich auf Gespräche einzulassen.
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