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Medienhaus Lensing
09.01.2010 17:24 Uhr
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Ruhr.2010: Die Eröffnung der Kulturhauptstadt - ein Wintermärchen

ESSEN Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist eröffnet. Das Schneetreiben war so dicht wie die Eröffnungsfeier gelungen. Einen fantastischen, vielfältigen, bunten und bewegenden Festakt haben die Menschen im Ruhrgebiet und an den Fernsehschirmen zum Start der Ruhr.2010 am 9. Januar erlebt.Von Bettina Jäger

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Bundespräsident Horst Köhler sagte, die Wahl einer ganzen Region als Kulturhauptstadt Europas sei eine Premiere in der 25-jährigen Geschichte dieser Auszeichnung. (dpa)

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"Das ist ja ein Wintermärchen", sagte Bundespräsident Horst Köhler, der mit seiner Frau Eva-Luise gekommen war. "So was habe ich noch nicht erlebt."  EU-Präsident José Manuel Barroso lobte - durchaus mit Humor - die Menschen im Ruhrgebiet, die den "Mut und die Kraft haben, jedem Unwetter zu trotzen". Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die im Publikum saß, sagte: "Sonst spricht man ja immer vom blauen Himmel über der Ruhr. Aber ich finde dieses Wetter spannend."

Tatsächlich schneite es ununterbrochen während der Eröffnungsfeier.  Die 1200 geladenen Gäste hüllten sich sofort in die Plastikumhänge, die auf den Sitzen bereit lagen und in den Farben der Ruhr.2010 gehalten waren - ein farbenfrohes Bild für die zehn Fernsehkameras, die die Veranstaltung live und mit großem Aufwand übertrugen. Die meisten der frierenden und zitternden Gäste waren dankbar, dass sich die drei hochkarätigen Redner kurz fassten und sehr sympathische, pointierte Reden hielten. "Kultur ist eine alles gestaltende Kraft", sagte Horst Köhler, der sich mit einem Hut vor dem Wetter schützte. "Kultur hilft, die Würde zu behalten und den Wandel zu bewältigen." Der Kulturhauptstadt wünschte er ein "herzliches Glück auf".

José Manuel Barrosso, Präsident der EU-Kommision, sprach in fließendem Deutsch. "Der Kohlenpott ist ein Schmelztiegel der Völker und Kulturen", erklärte er. "Fußball wird hier auch gespielt, habe ich gehört." Er wies auf die völkerverbindende Kraft des Titels hin: "Ganz Europa feiert mit ihnen."

Für Jürgen Rüttgers ging ein Traum in Erfüllung

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sagte, ein Traum gehe in Erfüllung. "Europas neue Metropole Ruhr ist europäische Kulturhauptstadt. Wir in Nordrhein-Westfalen sind stolz darauf." Er wies besonders auf die "Kreativquartiere" hin - Orte für Künstler, die bald in ganz NRW entstehen sollen. 15 Millionen Euro gibt das Land NRW dafür aus.

Dann begann die Show "Wir sind Feuer" von Gil Mehmert - mit einem Riesen-Problem. Unmengen von Tauwasser hatten sich auf der Bühne ausgebreitet. Mitfühlend bebachtete das Publikm, wie sich vor allem die Tänzer von Choreographin Henriette Horn in die Salzbrühe warfen - mutig und ungeachtet der körperlichen Gefahr, die ein Ausrutschen bedeutet hätte. Tatsächlich brachten alle Mitwirkenden ihre Nummern unfallfrei über die Bühne. Zu Publikumslieblingen wurden - wie schon bei der Generalprobe - die Seilchenspringer des TV 13 Büren um Europameister Michael Heller. Aber auch der Ruhrgebiets-Rap "Kein schöner Land" von Creutzfeld und Jakob war schön frech.

Grönemeyer war der bewegende Höhepunkt

Absoluter Höhepunkt war wie erwartet der Auftritt von Herbert Grönemeyer. Es gab wohl niemanden im Publikum, den die neue Ruhrgebiets-Hymne nicht tief bewegte.

Die Menschen bedankten sich mit Standing Ovations für einen Song, dessen Text den Charakter des Ruhrgebietes einfach genau trifft. Steven Sloane, die Bochumer Symphoniker und die Chöre des Essener Aalto-Theaters boten ein prachtvolles Bild. Dabei spielte es keine Rolle, dass die Musik dem Vernehmen nach playback eingespielt wurde, weil bei dem schlechten Wetter die Tonqualität fürs Fernsehen nicht erreicht worden wäre.

"Ich habe größte Hochachtung vor allen, die mitgemacht haben", sagt Gil Mehmert, der in Werne zur Schule gegangen ist, nach der Show. Auch die Ruhr.2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt bedankten sich zum Schluss sichtlich bewegt bei den Künstlern. 


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