Kino: "Die Unsichtbare": Warum macht ihr Theater?
Die kurze Zusammenfassung des Films "Die Unsichtbare" könnte lauten: Eine junge Frau spielt Theater und findet zu sich selbst. Eine lange Inhaltsangabe bringt im Grunde auch nicht viel mehr. Außer ein paar Klischees.
Stine Fischer Christensen spielt eine Elevin auf dem Selbstfindungstrip. (Foto: Verleih)
Ulrich Noethen spielt einen solchen Bühnendiktator, Stine Fischer Christensen die Elevin auf dem Selbstfindungstrip. Regie führt Christian Schwochow, der sich schon in „Novemberkind“ mit dem Identitätsthema befasst hat. Jetzt also noch eine Spur härter.
Sexuell umtriebig und extrem
Ausgerechnet Josephine, der ein Schauspiellehrer vorgeworfen hat, sie sei auf der Bühne praktisch unsichtbar, erhält die Rolle der Camille im gleichnamigen Stück. Camille ist Vamp, sexuell umtriebig, extrem, und unter ihrer Hülle riecht es nach Fäulnis und Tod.
Nichts davon hat Josephine. Bis sie sich selbst „ausprobiert“ und dergestalt auch privat in Szene setzt. Der Nachbar von gegenüber, ein Tunnelbauer (Psychologen können sich vielleicht einen Reim darauf machen), ist ihr erstes Ziel.
Gefährliches Spiel
Schließlich landet sie auch im Bett von Regisseur Friedmann. Toll! Der verlangt immer mehr von seiner Hauptdarstellerin. „Überrasche mich“, spornt er sie an. Josephine überrascht ihn tatsächlich. Ein gefährliches Spiel beginnt, das sich nicht nur im Theater abspielt.
„Das ist doch alles krank“, wirft eine Darstellerin dem Regisseur vor, als sich Josephine auf der Bühne auch noch nackt ausziehen soll. Der kontert zynisch: „Du bist krank, ich bin krank. Warum macht ihr Theater?“ Ja, warum eigentlich?











