Kino: "The Darkness": Menschen im Versteck
Nach „Hitlerjunge Salomon“ befasst sich die polnische Regisseurin Agnieszka Holland zum zweiten Mal mit dem Holocaust. Und wie ihr Film über den kleinen Juden Salomon, der mit falscher Identität das Nazi-Regime überlebt, ist auch „In Darkness“ in der Rubrik „Bester nicht-englischsprachiger Film“ für den Oscar nominiert worden.
Nach 16 Monaten in der Kanalisation können diese beiden jüdischen Kinder endlich wieder frische Luft atmen. (Foto: NFP)
Mit Hilfe des katholischen Polen Leopold Socha, der dafür später vom Staat Israel als einer der „Gerechten unter den Völkern“ geehrt wurde.
Helfer in der Not
Die besondere Stärke von „In Darkness“ liegt darin, dass sowohl der Helfer in der Not als auch die Menschen im Versteck nicht überhöht oder idealisiert werden, sondern mit all ihren Schwächen und mit mancher Stärke gezeigt werden. Socha, der Kanalarbeiter, ist nicht etwa der strahlende, uneigennützige Held – nach Feierabend bricht er in fremde Wohnungen ein, und mit „seinen Juden“ verdient er eine Menge Geld.
Überleben ist teuer in jenen Tagen. Und Nutznießer der Not gibt es einige unter Sochas Landsleuten. Erst als ihn die Menschen im Untergrund nicht mehr bezahlen können, handelt er uneigennützig und todesmutig. Auch die Juden sind nicht makellos. Es gibt Streit, Missgunst, Egoismus, sogar eine Kindstötung. In der Gier nach Leben ist sich manchmal jeder selbst der Nächste.
Inszenierung ist etwas zu kolportagehaft
Dass die Inszenierung leider etwas zu kolportagehaft und die Schilderung vom Leben in der Dunkelheit zu naturalistisch ausfällt, ist zwar eine Schwäche des Films, macht ihn mit seinem übergeordneten Thema aber nicht weniger sehenswert: „Mit Charakteren, die vor schweren moralischen und menschlichen Entscheidungen stehen und dabei sowohl die beste als auch die schlechteste Seite der menschlichen Natur offenbaren.“ (A. Holland).











