Grillo Theater Essen: Vontobel inszeniert "Peer Gynt" als fantastische Reise
ESSEN "Peer, du lügst." Der berühmte erste Satz aus Henrik Ibsens "Peer Gynt" fällt in Roger Vontobels Inszenierung aus dem Off und erst nachdem die Mutter das Publikum über den Brautraub aufgeklärt hat.
Florian Lange als Peer Gynt am Ende seiner Reise. (Foto: Declair)
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Florian Lange leistet als Titelheld Schwerstarbeit in der etwas über zwei Stunden dauernden Aufführung: Der Vogelfreie baut sich eine Hütte im Wald - schlägt mit der Axt auf einen Balken ein, dass die Spielfläche mit Sägespänen übersät ist. Claudia Rohner zeigt die kahlen Bühnenwände und setzt auf Baumarkt-Atmosphäre. So versteckt sich Braut Ingrid (Therese Dörr) in einem Rollcontainer-Käfig.
Farbe als Kostüm
Nach der Nacht mit Peer wird sie mit einem Eimer Farbe überschüttet und verwandelt sich in einen Troll. Aus Farbeimern (Kostüme: Nadine Grellinger) bedient sich das Ensemble auf dem Weg der Selbstfindung von Peer. Nur Judith van der Werff als Mutter und Friederike Becht als Solveig bleiben von der Farbschlacht verschont.
Während bei Ibsen Solveig auf ihren Peer wartet, er in ihrem Schoß stirbt, sucht sie sich in der Essener Fassung einen anderen Mann - und baut ein Haus: Ein Dachgestühl schwebt auf vier Holzpfeiler herunter. Peer hingegen stirbt einsam als ein Niemand. Mit jubelnden Applaus wurde die Premiere gefeiert.
Termine: 12., 20.2.; Karten: Tel. (02 01) 8 12 22 00.












