Kinderoper: Strawinskys "Die Nachtigall": Traumreise in exotische Welt
DUISBURG Auf geht's zu einer Traumreise in eine exotische Welt: Die Rheinoper hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um Igor Strawinskys Oper "Die Nachtigall" fürs junge Publikum ganz opulent herauszubringen.
Iulia Elena Surdus (l.) überzeugt mit virtuosem Nachtigallengesang. (Foto: Theater)
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Da sprießt auf der Bühne des Duisburger Theaters (und ab Juni im Düsseldorfer Opernhaus) ein kindgerechter Urwald mit Lianenschaukel und grüner Wendelrutsche, da gibt es die blinkenden Neonreklamen und das bunte Treiben einer asiatischen Großstadt. Dem Auge wird insgesamt so viel geboten, dass man es hinterher kaum glauben mag, dass die Aufführung nur knapp 50 Minuten gedauert hat.
Märchen von Andersen
Erzählt wird das Märchen von Hans Christian Andersen über den chinesischen Kaiser, der sich vom Gesang einer Nachtigall betören lässt und dann den Fehler begeht, dem gefiederten Original ein Kunstprodukt vorzuziehen. Svenja Tiedt (Regie) und Tatjana Ivschina (Bühne und Kostüme) lassen sich wesentlich von Strawinsky inspirieren: Seine naturhaft schillernde, noch ganz romantische Musik des Anfangs findet eine Entsprechung im dreidimensionalen Wachsen und Wuchern auf der Bühne. Die rhythmusbetontere, "modernere" Musik für die höfische Welt des Kaisers erlaubt den Beiden dann eine heutigere Optik. So findet sich die vorher zwischen Baumwipfeln schaukelnde Nachtigall nun in einem Käfig aus Mikrofonständern wieder. Die künstliche Nachtigall aber ist nur eine grelle Kopie der echten - in einem protzigen Fernsehapparat.
Die einzige Gefahr der bunten, actionreichen Inszenierung ist, dass man die Musik zu viel "sieht", abgesehen von Iulia Elena Surdus virtuosem Nachtigallengesang aber zu wenig hörend wahrnimmt. Das gilt vor allem für Wen-Pin Chien und die Duisburger Philharmoniker, die ganze Arbeit leisten, um den musikalischen Reichtum der Partitur zu entfalten.











