Musiktheater im Revier: Peppiges Musical "My fair lady" begeistert das Publikum
GELSENKIRCHEN "My fair lady" frei nach Bernhard Shaws "Pygmalion": Uraufführung 1956 am Broadway, verfilmt 1964 und mit acht Oscars ausgezeichnet - man sollte meinen, man kenne das bislang meistgespielte Musical aus dieser nostalgischen Zeit. Aber nein: Am Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen erlebt man es jetzt ganz neu gehört und gesehen.
Professor Higgins (Joachim G. Maaß) bringt Eliza (Judith Jacob) das vornehme Sprechen bei. (Foto: Malinowski)
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Der Kern der Handlung: Professor Higgins, Sprachforscher und Phonetiker, geht die Wette ein, aus dem Blumenmädchen Eliza nach sechs Monaten Sprachunterricht eine Dame machen und sie als Herzogin auf dem Diplomatenball präsentieren zu können. Das Experiment gelingt. Aber Eliza hat nicht nur sprechen, sondern auch denken gelernt und ist nun dem Professor überlegen. Im Musical werden sie ein Paar, bei Shaw nicht.
Übersprudelnde Einfälle
Hailer lässt den Schluss offen - und offen ist sein ganzes Konzept. Denn was er drumherum passieren lässt, ist ein Panoptikum an übersprudelnden Einfällen: turbulente Tanzszenen (Choreographie Kati Farkas), ideenreiche Bühnenbilder (Etienne Pluss), kontrastreiche Kostüme (Uta Meenen), da gibt es enorm viel zu sehen und zu erspielen - und wie das große Aufgebot an Solisten, Chor, Tänzern und Statisten übermütig zur Musik agiert, ist eine wahre Freude.
Volles Haus - langer und einhelliger Beifall, für Klumpp und die Musik, für das Regieteam, das gesamte aufgekratzte Ensemble, vor allem aber für die Hauptakteure: für die temperamentvolle Judith Jacob (Eliza), für den geradezu ideal besetzten Joachim G. Maaß (Prof. Higgins) und für den urkomischen Michael Tews, den immerzu betrunkenen Vater Elizas.
- Termine: 6./ 13./ 14. /20./ 21.2. Karten: Tel. (0209) 4097-200.












