Schauspielhaus Bochum: "Meuterei auf der Bounty" als Revolution in der Südsee
BOCHUM Zu Beginn jeder Vorstellung schickt das Schauspielhaus Bochum unter Elmar Goerden ein Nebelhorn über die Stadt. Gut wie selten passt dazu die jüngste Uraufführung: Mit Jubelschreien und Bravo-Rufen wurde sie gefeiert: Die "Meuterei auf der Bounty".
Szene mit (v.l.) Ronny Miersch (Charles Churchill), Andreas Bittl (Fletcher Christian) und Maximilian Strestik (David Nelson). (Foto: Karwasz)
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Riesen-Party
Doch diese "Meuterei" ist so viel mehr: Reflexion über das triste Dasein auf hoher See, über die Funktionsweise eines revolutionären Umsturzes, über das Prinzip der Zivilisation europäischen Zuschnitts. Der Bochum Kapitän Bligh würde gern in den Anzug des modernen kapitalistischen Managers passen, der "just in time" für eine rationalisierte Versorgung der Sklaven in der Karibik sorgt. Erst sein Scheitern zwingt ihn wieder in die Seefahrer-Uniform. Neben seinem Drama wird anhand von vier Matrosen das der gesamten Besatzung vorgestellt. Ihre Befreiung aus der Enge des Schiffs ist unter Regisseur Kallmeyer eine Riesen-Party mit all ihren Schattenseiten: Nachdem die Mannschaft die Ankunft auf Tahiti mit Backstreet-Boys-Moves feiert, entladen sich die aufgestaute Lust und der Frust in einer Massen-Vergewaltigung.
Termine: 25.1., 5.,12., 19.2.; Karten: Tel. (02 34) 33 33 55 55.












