Im Konzerthaus Dortmund: Liederabend war auch ohne Thomas Quasthoff ein Ereignis
DORTMUND "Gehen Sie weiter in Konzertsäle. Gehen Sie in Liederabende. Das Lied ist noch lange nicht tot." Das war das, was Bassbariton Thomas Quasthoff dem Publikum mit einem Gruß am Donnerstag im Konzerthaus Dortmund von seinem Kollegen, Tenor Michael Schade, ausrichten ließ.
Bariton Florian Boesch sprang für Thomas Quasthoff ein. Er war viel mehr als ein großartiger Ersatz. (Foto: Beck)
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Eigentlich hätte Quasthoff an diesem Abend in dem Quartett vorzüglicher Liedsänger mitsingen sollen. Dann beendete er seine Karrierre überraschend. Der Einspringer, Bariton Florian Boesch, war mindestens gleichwertig. Am 5. Mai kommt er mit einem eigenen Liederabend zurück. Darauf darf man sich freuen.
Ein Glückksfall
Ein seltener Glücksfall, vier so gute Sänger zusammen zu haben, war dieses Konzert. Die "Liebesliederwalzer" von Brahms kennt man von Chören gesungen. Da haben sie Schwung. Im Solistenquartett, begleitet von den Pianisten Justus Zeyen und Camillo Radicke, hatten sie einen intimeren, erzählerischen Charakter. Und (besonders in den Liedern der Männer) auch viel Komödiantisches.
Martina Janková (Sopran) und Bernarda Fink (Mezzo) setzten das liedgemäßere Gegengewicht zum opernerprobten Michael Schade und Florian Boesch. Und das Quartett zeigte auch, dass die von Brahms sechs Jahre später komponierten "Neuen Liebeslieder" nicht weniger tiefe Musik sind.
Große Gesangskunst
Schwärmerisch begann der Abend mit Schumann und "Spanischen Liebesliedern" in verschiedenen Konstellationen. - Romantisch, wenngleich weniger spanisch. Drei Quartette von Brahms standen zwischen den Liebeslieder-Zyklen. Sie machten die vier Sänger zur Demonstration großer Gesangskunst. Die lebt weiter - auch ohne Quasthoff.











