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Medienhaus Lensing
18.05.2010 15:45 Uhr
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Operngala im Westfalenpark: Interview mit Ermonela Jaho und Saimir Pirgu

LONDON/DORTMUND Der Glanz von Covent Garden zieht am 29. Mai in den Dortmunder Westfalenpark. Das neue "Traviata"-Traumpaar von Covent Garden, Ermonela Jaho und Saimir Pirgu, sind dann Stars der Operngala des Festivals "Klangvokal".Von Julia Gaß

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Ermonela Jaho ud Saimir Pirgu - das neue Traumpaart in Verdis "Traviata" in Covent Garden. (Foto: Royal Opera/ Johan Persson)

Sie stammen beide aus Albanien und singen auf den größten Bühnen der Welt. Gibt es in Albanien eine besonders gute Gesangsausbildung?
Pirgu: Albanien ist ein Sängerland, aber nicht für die Oper. Es gibt nur fünf Sänger, die eine internationale Karriere gemacht haben. Früher gab es in Albanien eine russische Schule für Sänger, ich habe aber in Italien Oper studiert.

Luciano Pavarotti gehörte zu Ihren Lehrern.
Pirgu: Er war ein Freund, und was er gesungen hat, ist für uns Sänger wie ein Testament. Ich hatte tolle Momente mit ihm.
Jaho: Ich habe auch in Italien studiert, am Santa Cecilia in Rom, wo auch Cecilia Bartoli studiert hat. Für Saimir und mich ist es etwas ganz Besonderes, wenn wir zusammen auf der Bühne stehen. Wir sind beide sehr emotional. Wir haben die gleichen Gefühle, es fühlt sich nach Familie an, wenn wir zusammen singen.
Pirgu: Wir beide zusammen haben eine tolle Energie. Ich denke, dass es ein tolles Konzert in Dortmund wird.

Frau Jaho, Ihr Alfredo war vorher, als Sie für Anna Netrebko eingesprungen sind in Covent Garden immerhin Jonas Kaufmann.
Jaho: Ja, das war für mich ein großer Start. Es war großartig, ein Traum, mit Jonas zu singen. Auch an der Met war er 2009 mein Alfredo.

Sie, Herr Pirgu, haben schon in Hollywood Puccinis "Gianni Schicci" mit Woody Allen als Regisseur gesungen. Wie war der denn als Opernregisseur?
Pirgu: Er ist eine ganz spezielle Person. Er war bei der Arbeit genauso wie im Film und sehr intelligent. Wir haben zwei Monate mit ihm gearbeitet, nach ein paar Tagen waren wir Opernsänger alle Schauspieler. Diese Produktion war ein sehr großer Erfolg, ein tolles Experiment. Placido Domingo hatte mich empfohlen, gesagt "Das kannst Du perfekt".

Sie sind erst 28 und haben schon an allen großen Häusern gesungen. Macht Sie diese große, schnelle Karriere nicht etwas schwindelig?
Pirgu: Domingo und Carreras waren auch jung. Ich bin glücklich, dass ich noch so schön Mozart singen kann. "Idomeneo" mit Harnoncourt in Zürich war eines meiner größten Erlebnisse, deshalb will ich unbedingt eine Idomeneo-Arie in Dortmund singen.

Sie setzen sich beide dafür ein, dass sich jüngeres Publikum für Oper interessiert. Ist so eine Gala auf der Picknickdecke im Park mit Feuerwerk zum Triumphmarsch aus "Aida" am Schluss eine Chance?
Jaho: Unbedingt. Wenn man die Duette und Arien hört, will man vielleicht auch mal die ganze Oper hören. Wir Sänger existieren nur mit Publikum. Das muss mitwachsen.
Pirgu: Und ich singe als Zugabe "Nessun dorma". Das hören alle gerne. Und wenn Du "Nessun dorma" singst, bist Du ein Tenor.

Von den großen Bühnen der Welt zur Operngala in den Westfalenpark
  • Ermonela Jaho hat die Violetta schon fast 80 Mal gesungen - auch an der Met, der Bayerischen und Berliner Staatsoper. In Covent Garden sprang sie in dieser Rolle 2008 für Anna Netrebko ein und wurde an der Seite von Jonas Kaufmann als Violetta gefeiert. Mit Saimir Pirgu ist sie zurzeit in London das neue Verdi-Traumpaar.
  • Saimir Pirgu ist wie Ermonela Jaho in Albanien geboren. Schon mit jetzt gerade erst 28 Jahren hat er bereits unter anderem an der Met, der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, der Bayerischen und Berliner Staatsoper und der Oper Zürich gesungen. 2011 gibt es an der Scala sein Debüt als Tamino. Luciano Pavarotti war ein Lehrer des lyrischen Tenors.
  • Das Programm der Operngala am 29. Mai, 20 Uhr, auf der Seebühne im Dortmunder Westfalenpark im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal besteht aus Arien und Duetten aus Mozarts "Idomeneo", Bellinis "Capuleti ed i Montecchi", Donizettis "Don Pasquale", Verdis "Traviata", und "Lombardi" sowie Puccinis "Bohème" und "Butterfly". Es begleiten die Bochumer Symphoniker unter der Leitung von Carlo Montanaro.
  • Karten: 19 (ermäßigt 12 ) auf der Wiese und 29 (ermäßigt 19 ) mit Sitzplatzanspruch im Konzerthaus bei Regen: Tel. 01805/570005.


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