Aalto-Theater: Getanzte Lichtblicke
ESSEN Der ewige Kreislauf von Leben und Tod, existenzielle Grunderfahrungen wie Liebe und Verlust werden verhandelt. Momente von Verzweiflung und Hoffnung zeigt der bejubelte Ballettabend "Lichtblicke" im Essener Aalto-Theater.
Anna Sanchez Portales und Breno Bittencourt in "Cherché, trové, perdu" von Patrick Delcroix.
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Mit der minimalistischen, 20-minütigen Choreografie "Cherché, trové, perdu" (Gesucht, gefunden, verloren) von Patrick Delcroix beginnt der eindrucksvolle Tanzabend. Er verzichtet auf ein Bühnenbild und schafft aus Licht vier Vierecke auf dem Bühnenboden, in denen sich die acht Tänzerinnen und Tänzer - einzeln und in Paar-Konstellationen - bewegen. Zu Klängen von Avo Pärts "Fratres" und dem ersten Satz aus "Tabula rasa" suchen sie sich, finden sich, umschlingen sich, um sich wieder voneinander zu entfernen.
Bildermächtig
Ein mächtiges Bildertheater hingegen inszeniert Edward Clug mit "Architekture of Silence" (Architektur der Stille). Corps de ballet und Solisten sitzen auf im Viereck aufgestellten Sofas. Noch ist keine Musik erklungen, als Einzelne sich aus der Gruppe lösen und in diesem abgezirkelten Raum zu Tanzen beginnen. Mit dem Einsetzen von Mozarts "Requiem", gespielt von den Bochumer Symphonikern unter Leitung von Volker Perplies, wird die Bühnenrückwand beleuchtet: Wie aus dem Nichts tauchen die Köpfe der vier Gesangssolisten und des Aalto-Opernchors in drei Reihen auf. Unten auf der Spielfläche betanzt und verschiebt das Ensemble die Sofas, bevor es Anzüge und Kleider (Kostüme: Leo Kulais) ablegt und in schwarzen Badeanzügen mit Schwimmkappen in Schräglage verharrt, im Gleichschritt marschiert und im Schwarzlichtgeflacker einen Wettlauf in Zeitlupe unternimmt.
Effektvoll
Effektvoll choreografiert Clug die Massenszenen, setzt mal auf rotes, mal auf goldenes Licht, lässt später das "Requiem for My Friend" von Zbigniew Preisner durch von Tänzern verursachte Geräusche verstärken. Da plumpsen Steine ins Wasserbassin, da knallen gezogene Gummibänder an die Wand und die Tänzer benutzen ihre Körper als Schlaginstrument.
Am Ende liegen sie zuckend auf dem Boden, eine Leinwand fährt hinab und auch die Projektion zeigt als letztes Bild eine einsam liegende Tänzerin. - Applaus für ein gelungenes, spartenübergreifendes Tanzprojekt.
Termine: 23./25.2., 6./10./19.3.; Karten: Tel. (02 01) 8 12 22 00.












