Schauspiel Köln: "Die Schmutzigen" - Dieser Container ist die Hölle
KÖLN Das Publikum bleibt in Karin Beiers Bühnenversion von Ettore Scolas 1975 entstandener Farce "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" gleich im doppelten Sinne draußen. Es muss den Hort der Gemeinheiten nicht betreten, wird zugleich aber auch ganz gezielt ausgeschlossen.
Die Familie, das ist die Hölle: Christoph Luser (v.l.) und Michael Wittenborn gehören zu den »Schmutzigen«. (Foto: Baltzer)
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Karin Beier hat Scolas bitterböse Saga um ein Familienoberhaupt, das seine Sippschaft voller Inbrunst terrorisiert und mit seinem Geld provoziert, nicht einfach nur für die Bühne adaptiert. Ihre Bearbeitung ist vielmehr eine radikale Neuinterpretation.
Ensemble wächst über sich hinaus
Der erschreckend niederträchtige Patriarch, der hier Norbert (Markus John) heißt, und seine Familienmitglieder sind ohne Frage "die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen". Nur wird man das Gefühl nicht los, dass all die, die sie einfach nur beobachten, die sich an ihrem Treiben ergötzen, noch viel schmutziger, hässlicher und gemeiner sind.
In dieser grandiosen Choreographie des ganz gewöhnlichen Elends wächst Karin Beiers 15-köpfiges Ensemble, zu dem auch Michael Wittenborn als Mutter und Julia Wieninger als Ehefrau zählen, geradezu über sich hinaus. Man muss kein Wort hören und versteht doch alles. Der mitleidslose Spott der Vorlage weicht einer zutiefst menschlichen Komik.
- Termine: 13., 15., 18., 28., 29. Januar, Karten: Tel. (0221) 22128400.












