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Medienhaus Lensing
10.02.2010 18:29 Uhr
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Ausstellung: Das große Spiel der Archäologie im Ruhr Museum

ESSEN Forschergeist, inniger Glaube oder Machtdenken - welche Motive die Archäologen zwischen 1860 und 1940 antrieben, zeigt ab Freitag das Essener Ruhr Museum in seiner ersten Wechselausstellung.Von Karin von Cieminski

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Römischer Löwenprotom von einer Bauskulptur.

 

Es ist bemerkenswert, was das Museum in der Schau "Das große Spiel. Archäologie und Politik zur Zeit des Kolonialismus" zusammengetragen hat: "Ich bin stolz, dass wir die gesamte Grabungsausrüstung von Ludwig Borchardt, Ausgräber der Nofretete, erstmals zeigen können", sagte am Mittwoch Charlotte Trümpler, Leiterin der archäologischen Sammlung des Ruhr Museums.

 Die Besucher werden im Raum für Wechselausstellungen auf der 12-Meter-Ebene der ehemaligen Kohlenwäsche auf Zollverein zum Forscher des Forschers. Unter den rund 800 Exponaten sind Original-Fotos und Filmaufnahmen, die einen Eindruck von Abenteuer und schweißtreibender Arbeit vermitteln, und imposante Funde, der Lohn für die Mühen.

Prestige war eines der wichtigsten Motive

Die Ausstellung ist in zwölf Themen gegliedert, die die Motive für Expeditionen darstellen. Zu den wichtigsten Gründen zählt das Prestigestreben. Den Wettlauf verschiedener Nationen um die interessantesten Grabungsstätten zeigt die Schau ausführlich. Verträge sicherten etwa Frankreich das Monopol im Iran.

Der Ausstellungstitel "Das Große Spiel" war im 19. Jahrhundert der Begriff für den imperialen Kampf zwischen Russland und England um Territorien in Zentralasien. Archäologen wurden von den Mächten auch gerne als Spione eingesetzt, wie der berühmte Lawrence von Arabien. "Die Archäologen kannten die Sprache, das Land und hatten gute Kontakte zu den Scheichs", so Trümpler.

Wer sich in der Schau auf Entdeckungsreise begibt, landet im Nahen Osten, Zentralasien und Nordafrika. Er findet einen Grabungsvertrag, der den immer wieder angezweifelten Verbleib der Nofretetebüste in Berlin legitimiert.

  • Ruhr Museum in Essen: "Archäologie und Politik. Das große Spiel", 12. 2. bis 13. 6., Gelsenkirchener Str. 181, täglich 10-19 Uhr. Katalog 39,90 Euro.

 


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